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Der Irankrieg geht weiter

Wenn Netanjahu und die iranischen Revolutionsgarden es taktisch für vorteilhaft halten, den Krieg weiter zu führen, dann geht er auch weiter. Zum Schaden für die Weltmachtrolle der USA.
Anti-US-Propaganda in Libanons Hauptstadt Beirut
Foto: IMAGO / ZUMA Press | Anti-US-Propaganda in Libanons Hauptstadt Beirut: Der Iran ist militärisch resilienter und selbstbewusster, als seine Gegner dachten.

Der jüngste militärische Schlagabtausch zwischen der israelisch-amerikanischen Allianz und dem Iran beweist dreierlei: Erstens ist der Iran militärisch resilienter und selbstbewusster, als seine Gegner dachten. Das Sagen haben in Teheran nicht mehr die Mullahs, sondern die Revolutionsgarden, die sich stark genug fühlen, nicht nur das eigene Überleben zu organisieren, sondern auch die Hisbollah im Libanon zu verteidigen und so ihre „Achse des Widerstands“ zu reanimieren. Zerstörungen im eigenen Land nehmen sie in Kauf, vielleicht nützen sie ihnen sogar, denn solange das Land von außen attackiert wird, gelten Demonstranten als Vaterlandsverräter.

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Zweitens zeigt sich, dass Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen in seinem Land an einer Fortsetzung des Krieges interessiert ist, denn solange Israel sich in einem vermeintlichen Überlebenskampf gegen den Iran, die Hisbollah und die Hamas befindet, wird der Regierungschef nicht für Versäumnisse und Fehlentscheidungen, die zum 7. Oktober 2023 führten, zur Rechenschaft gezogen. Mehr noch: Solange er den Kampf führt, kann Netanjahu gegen ihn laufende Gerichtsverfahren verschleppen und diskreditieren. Und er kann seine Agenda des Umbaus Israels vorantreiben.

Trump will irgendwie aus dem Krieg aussteigen

Drittens zeigt sich, dass US-Präsident Donald Trump irgendwie aus dem Krieg, in den er sich hineinziehen ließ, aussteigen will. Und zwar ebenfalls mit Blick auf seine bevorstehenden Wahlen, die Midterms, denn bei Trumps Wählerpotenzial ist der Krieg – anders als in Israel – wenig populär.

Immer sichtbarer wird jedoch, dass der Schwanz mit dem Hund wedelt: Da kann Washington noch so eifrig verhandeln, kann Trump seinen „Freund Bibi“ noch so brüsk am Telefon anschnauzen, aber wenn Netanjahu in Israel und die Revolutionsgarden im Iran es taktisch für vorteilhaft halten, den Krieg weiter am Kochen zu halten, weil er sie in ihrer jeweiligen Machtposition stabilisiert, dann geht er auch weiter. Letztlich zum Schaden für den amerikanischen Einfluss in Nahost und für die Weltmachtrolle der USA. Denn nicht nur die Verbündeten der USA in der arabischen Welt beobachten derzeit die Schwäche Amerikas ganz genau, sondern auch Washingtons Herausforderer auf der Weltbühne.

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