Berlin

Auch die Ampel ist trifft eine Schuld am Inflationsdesaster

5,2 Prozent betrug die Inflationsrate im November. Der zukünftige Kanzler und Noch-Finanzminister Olaf Scholz ist diesbezüglich untätig geblieben. Ein Kommentar.
Inflation im November über 5 Prozent
Foto: Annette Riedl (dpa) | Ein zerknitterter Kassenzettel liegt in einem Einkaufswagen. Die Inflation hat im November einen Sprung gemacht und erstmals seit rund 29 Jahren wieder die Fünf-Prozent-Marke erreicht.

Gewiss: Weder dem designierten Ampel-Finanzminister Christian Lindner noch dessen Partei, der FDP, sind die gegenwärtig höchste Inflationsrate seit 1992 anzulasten. Denn egal, was man ansonsten vom wirtschafts- und finanzpolitischen Kurs der Freien Demokraten halten mag – zuletzt hatte die Bundesrepublik Deutschland mit Rolf Dahlgrün im Jahre 1966 einen liberalen Finanzminister und zum damaligen Zeitpunkt eine Inflationsrate von 3.3 Prozent, die ein Jahr später sogar noch auf 1,9 Prozent sank.

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Linder sieht sich zur Beruhigung gezwungen

Von solchen Zahlen ist man gegenwärtig weit entfernt: Wie das Statistische Bundesamt am Montag verkünden musste, betrug die Inflationsrate im November 5,2 Prozent – zuletzt wurde lediglich im Juni 1992 mit 5,8 Prozent ein noch höherer Wert gemessen. Deswegen sieht sich der neue Bundesfinanzminister bereits vor Amtsantritt gezwungen, beruhigende Signale in Richtung der inflationsgeplagten Bevölkerung auszusenden: „Die deutsche Politik wird die Preise nicht weiter treiben“, versprach Christian Lindner am Dienstag in „Bild“. Und weiter: „Stattdessen wird es bald Entlastungen beim Strompreis geben. Es ist zudem vereinbart, dass Mehrkosten aufgrund des CO2-Preises an die Bevölkerung zurückgegeben werden“, so der designierte Finanzminister der Ampel.

Dass Christian Lindner entgegen weitverbreiteter Ansichten durchaus weiß, dass es vor allem normal verdienende und sozial schwache Menschen sind, die unter der größten Teuerungsrate seit 30 Jahren leiden und Handlungsbedarf besteht, ist das Eine. Dass jedoch ausgerechnet ein Sozialdemokrat, nämlich Noch-Finanzminister und Bald-Kanzler Olaf Scholz, diesbezüglich untätig geblieben ist und die ökonomische Situation vieler Menschen verschlimmert hat, das Andere. Insofern steckt auch ein gehöriges Stück „Ampel“ im gegenwärtigen Inflationsdesaster.

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