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Wenn Schulden zur Gewohnheit werden

Der Bundeshaushalt 2026 bricht mit alten Gewissheiten der Haushaltspolitik. Was das „Maastricht-Versprechen“ der Stabilität ausmacht – und was passiert, wenn es gebrochen wird.
Berlin, Pressekonferenz zur 35. Sitzung des Stabilitätsrates mit Lars Klingbeil
Foto: IMAGO/Christian Spicker (www.imago-images.de) | Ein schmallippiger Finanzminister: Lars Klingbeils Haushaltsentwurf dürfte 2026 die Drei-Prozent-Defizit-Grenze locker überspringen, monierten die Fachleute vom Stabilitätsrat Mitte Mai bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Der Bundeshaushalt stellt die gesetzliche Bewirtschaftungsgrundlage des Bundes dar und ist gewöhnlich ein sperriges Dokument aus Tabellen und unzähligen Einzelposten zu den Einnahmen und Ausgaben. Doch der Entwurf für 2026 erzählt eine größere Geschichte: Mit Gesamtausgaben von 520,5 Milliarden Euro im Kernhaushalt plant die Bundesregierung einen der expansivsten Etats der jüngeren Geschichte. Rechnet man Sondervermögen und kreditfinanzierte Nebentöpfe hinzu, wächst der finanzielle Rahmen noch einmal erheblich. Die gesamte Neuverschuldung soll nach vorliegenden Planungen fast 175 Milliarden Euro betragen. Fast jeder dritte Euro, so warnte der Bundesrechnungshof, werde „auf Pump“ finanziert.

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