Henry Ford wird der smarte Ausspruch nachgesagt: „Wenn ich die Leute gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie schnellere Pferde gefordert.“ Hinter diesem unternehmerischen Bonbon versteckt sich auch eine politische Wahrheit: Was die Leute wollen, ist dadurch allein noch nicht gut, sollte darum auch nicht Maßstab der Politik sein. Wer in dieser These einen zynischen Paternalismus zu finden meint – oder gar Blasphemie gegen einen sakrosankten Demokratiebegriff –, der braucht zum Erweis des Gegenteils nur den Fernseher einzuschalten. Noch am Sonntag saß der Bundeskanzler im ZDF-Sommerinterview und ließ sich unter anderem zum neuen Reformpaket der Regierung befragen. Nachdem das ZDF ihm im Keller liegende ...
Sozialstaat ist kein Pferderennen
Mit dem Sozialsystem wird immer ein hoher Prozentsatz der Menschen unzufrieden sein. Doch was die Leute wollen, sollte nicht Maßstab der Politik sein. Auch nicht in einer Demokratie.
