Mönchengladbach

Kolumne: EZB: Das „Big Business“ profitiert

Mittelstand und Kleinunternehmer bleiben bei der Geldpolitik der EZB auf der Strecke. Gewinner sind die großen Player.
Kolumne: EZB: Das „Big Business“ profitiert
Foto: Privat | Der Autor hat als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Betriebswirtschaftslehre an der Universität Düsseldorf gearbeitet und bereitet sich zur Zeit auf das Priestertum in der Priesterbruderschaft St. Petrus vor.

Die EZB beflügelt mit ihren gewaltigen geldpolitischen Maßnahmen die Investitionen in „grüne“ Projekte. Die Betreiber beispielsweise von Windkraftanlagen und Solarparks besitzen ohnehin schon ein hohes Vermögen. Dadurch findet eine Umverteilung von unten nach oben statt. Aber es bleibt nicht nur dabei: Durch die vermehrten Käufe von Unternehmensanleihen werden die Finanzierungskosten von Großunternehmen gesenkt.

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Mittelständler finanzieren sich selten am Anleihemarkt – von Kleinunternehmen ganz zu schweigen. Auch hier profitiert also „big business“, obwohl gerade kleine Unternehmen besonders durch die coronabedingten Einschränkungen belastet sind. Werden auch diejenigen an den Kosten der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise beteiligt, deren Einkommen direkt vom Staat kommt, wie zum Beispiel Politiker oder Beamte? Was ist mit den Angestellten der Parteiapparate oder den Beschäftigten in staatlich finanzierten NGOs? Hier könnte man auch über Einkommenskürzungen nachdenken, welche zur Finanzierung der enormen Staatsdefizite beitragen.

Belastungen werden in die Zukunft verschoben

Die eigenständigen Unternehmer haben durch Umsatzeinbußen schon genügend gelitten. Geholfen wurde ihnen überwiegend durch neue Kredite und die Stundung von Steuerzahlungen – alles Maßnahmen, welche die Belastungen nur in die Zukunft verschieben.

Die Besitzer von Aktien, Anleihen, Immobilien oder Edelmetallen profitieren überproportional von den Rettungsmaßnahmen der EZB, denn ihr Eigentum wird vor Verlusten geschützt. Die Kosten dafür werden den zukünftigen Generationen durch eine erhöhte Staatsverschuldung aufgelastet. Es wird nochmals schwieriger werden, durch Ersparnisse vernünftig für das Alter vorzusorgen, weil die Zinsen niedrig bleiben werden und vermutlich sogar noch weiter fallen. Geschützt werden durch die Maßnahmen der Notenbanken vor allem Banken, Versicherungen, Pensionskassen oder Hedgefonds.

Die Verluste der „Großen“ werden sozialisiert

Das marktwirtschaftliche Prinzip der Haftung wird mit Füßen getreten – die Verluste der „Großen“ werden sozialisiert, während die Gewinne ausgeschüttet werden. Nur ein Gedankenexperiment: Hätte man die Billionen an Rettungsgeldern direkt an die Bürger überwiesen, dann wäre auch eine Stabilisierung der Konjunktur erreicht worden und die soziale Schere hätte sich eminent verkleinert.

Die Politik und die mit ihr verbundene Bürokratie gewinnen in der Krise an Macht und spielen sich als Retter auf. Anstatt die sozialen Folgen zu vermindern, werden diese noch verschärft. Unternehmerexistenzen gehen zugrunde und wir erben eine Wirtschaftsstruktur, bei der es der Mittelstand noch schwerer hat.

Die Mittelschicht schrumpft und noch weniger Menschen können es sich leisten, eine politisch unerwünschte Meinung zu vertreten, weil ihre Einkommen zunehmend vom Komplex aus Politik und Großunternehmen abhängen.

Am Ende wird diese Struktur als „Marktwirtschaft“ bezeichnet und antikapitalistisch-demagogisch ausgeschlachtet, was in Wahrheit das Ergebnis von Staatsinterventionen und weichem Sozialismus ist.

Die Kolumne erscheint in Kooperation mit der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle.

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