Ostersonntag, 11.30 Uhr. Die Türen des Klosters Santa Caterina in Palermo sind keine halbe Stunde geöffnet, da reicht die Schlange der Wartenden schon bis zum zweiten Kreuzgang. Rosalia Orlando, 70, aus dem Viertel Notarbartolo, hält Nummernzettel 14 in die Höhe. „Dafür musst du früh aufstehen“, sagt sie und lacht. Kein seltener Altar, keine Ostersegnung hat sie und die vielen anderen hierhergebracht. Es sind Cannoli, Minne di Sant’Agata oder Sospiri di Monaca – Dolci, die die Nonnen des Klosters Santa Caterina d’Alessandria an der Piazza Bellini seit mehr als 700 Jahren nach überlieferten Rezepten fertigten. Bis 2014. Da starb die letzte Ordensfrau.
Was die Nonnen nicht verrieten
Im Kloster Santa Caterina wurde Gebäck hergestellt, das ein Vorgeschmack des Himmels zu sein schien. Doch kurz drohte das süße Erbe verlorenzugehen.
