Die Dämmerung zieht gerade die letzten Nachtreste vom Himmel. Langsam gewinnt die Welt ihre Farben zurück. Die Holländerwindmühle von Stove liegt schon im ersten Licht des Tages und verkündet das baldige Erreichen des Strandparkplatzes. Von dort geht es erst ein kleines Stück die Straße entlang und dann über einen schmalen Trampelpfad weiter, immer dem Ufer der Halbinsel Boiensdorfer Werder entlang. Die anderen Frühaufsteher, vor allem Saatkrähen, Goldammern und Graureiher, eskortieren den Weg der Wanderer bis zum Winterstrand – ein Reich voll strenger Schönheit. Die Küste ist blau-weiß, die Schatten purpur und vertrocknetes Röhricht glüht golden. Ein kalter Wind zwickt kräftig in der Nase.
Spröde, schlicht, zauberhaft
Wenige Menschen, unmöblierte Strände und keine Warteschlangen vor den Fischbrötchenbuden. Hinfahren lohnt sich gerade deshalb. Eine Winterreise ans Salzhaff.
