Gemächlich gleiten auf der Gracht die Rundfahrtboote vorbei. Die Köpfe der Touristen drehen sich nach den Hinweisen der Stadtführer zu besonders schön verzierten Giebeln der Grachtenhäuser. Hier, am Oudezijds Voorburgwal, im ältesten Teil von Amsterdam, pochte einst das katholische Herz der Stadt, die im 13. Jahrhundert begonnene Oude Kerk, die Alte Kirche. Dicht an dieses altehrwürdige Bauwerk heranrückende Häuser verdecken den unteren Teil seiner Fassade, sodass sich nicht sogleich erschließt, wo der Eingang zu finden ist. Tritt man nach Entrichtung des Eintrittspreises in die dreischiffige Hallenkirche ein, befindet man sich in einem Kokon aus Stille, Licht, warmen Farben und ebenmäßigen Bauelementen der niederländischen Gotik.
Als der Herr auf den Dachboden umziehen musste
1578 verloren die Katholiken Amsterdams ihre Kirchen an die Calvinisten. Gottesdienste mussten sie fortan im Verborgenen feiern, in Versteckkirchen. Eine dieser Kirchen ist bis heute erhalten.
