Weltreiche kommen und gehen – das Reich aber bleibt! Das Reich – aus christlicher Perspektive ist damit das Reich Gottes gemeint, das mit der Menschwerdung Christi angebrochen und immer mitten unter den Gläubigen ist (Lk 17,21), sich aber erst bei der Wiederkunft des Herrn vollendet. Zugleich und in Abgrenzung zu anderen Weltreichen hat dieses transzendente Gebilde ein irdisches Pendant: das Römische Reich. Nach einer Auslegung des alttestamentlichen Buches Daniel kann es erst am Ende der Zeiten untergehen, wenn es durch das Reich Gottes abgelöst wird. Die Idee „Rom“ besteht also fort, auch wenn sie im Laufe der Geschichte – Stichwort: Translatio imperii – Wandlungen durchmachte.
Das erste Ende des Westens
Vor 1550 Jahren ging Westrom unter: Der Kind-Kaiser Romulus Augustulus wurde durch den Germanen-Führer Odoaker abgesetzt. Historische Parallelen zur Gegenwart drängen sich auf.
