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Sincerely, Stoneheart

Über geistliche Kämpfe und weibliche Identität.
Junge Frau liest ein Buch
Foto: Imago/emil umdorf | Manche Bücher verändern den Blick auf sich selbst – und lassen vertraute Gedanken in neuem Licht erscheinen.

Es gibt Bücher, die den Leser selbst verändern. Er nimmt die Gedanken, Worte und Denkweise so in sich auf, dass er schon kurze Zeit später nicht mehr unterscheidet, ob es die eigenen Gedanken oder die des Autors waren. Ein solches Buch ist „Sincerely, Stoneheart“ von Emily Wilson Hussem, das bisher nur auf Englisch vorliegt. Eigentlich hatte Hussem 42 Briefe eines ‚Unterteufels‘ an seinen ‚Lehrling‘ autobiografisch für sich selbst geschrieben, um die „Lügen des Feindes zu demaskieren“ und so die „Wahrheit zu finden, die sie frei macht“.

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2025 hat die christliche Speakerin, Entwerferin einer TV-Show für Kinder und erfolgreiche Autorin mehrerer Werke diese dann doch veröffentlicht und so der genialen Idee von C. S. Lewis in „Briefe an einen Unterteufel“ (1941) eine Fortsetzung gegeben, unserem Zeitalter angemessen und aus weiblicher Perspektive erzählt. Worum geht es also?

Der gerade beförderte Unterteufel (oder auch Unterteufelin?) „Stoneheart“ beschreibt dem neuen Lehrling „Belphegora“, der seine Klientin übernehmen soll, seine besten angewandten Strategien, um sein Opfer von Gott zu entfremden, es unglücklich zu machen und von seiner wahren Identität und Bestimmung fernzuhalten. Durch den humorvollen Rahmen deckt Wilson mit großer Leichtigkeit und Unterhaltsamkeit viele Lügen unserer Zeit, mit denen besonders Frauen leben, auf und nordet wieder den inneren Kompass zur Wahrheit über sich selbst und Gott hin.

Anweisungen wie: „Sag es ihr immer wieder: Gott liebt dich für das, was du tust, nicht einfach die, die du bist – Andere Frauen sind deine Gegnerinnen – Mutterschaft ist eine Bürde – Es ist einfach unfair, eine Frau zu sein – Fruchtbarkeit macht dich schwach – Deine Sehnsüchte können in dieser Welt gestillt werden, auch wenn du nicht für diese Welt gemacht bist“ legen frei, dass die Gedanken und Taten, die uns klein und unglücklich halten, nicht von uns selbst sind und wir nicht traurig über Schuld oder Unvermögen sein müssen.

Die Leserin wird erleichtert sein, dass ihre Baustellen von vielen Frauen ihrer Zeit geteilt werden und nicht aus ihr selbst kommen. Und dass sie durch Nähe zu Gott überwunden werden können.

Besonders großes Thema ist dabei das Leben in einer digitalisierten Welt: zum Beispiel, indem das „World Wide Web“ als ein weltweites Spinnennetz enttarnt wird, das unbedarfte Fliegen einfängt und in endlosen Ablenkungen festhält, damit sie ihren Fokus, ihre Verbundenheit mit sich selbst, zu den Mitmenschen und zu Gott und schließlich ihre wahre Identität verlieren.

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Für unsere Zeit macht Wilson in Nachfolge von Lewis konkret, was der Apostel Paulus in seinem Brief an die Epheser schreibt: „Denn wir haben nicht mit Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel“ (Eph 6,12). „Sincerely Stoneheart“ wird die Leserin erleichtern und gleichzeitig dazu ermächtigen, mit einem Lächeln ihren Teil des „guten Kampfes“ zu kämpfen und dort anzukommen, wo sie hingehört und wo all ihre Sehnsüchte gestillt werden: bei Gott selbst. 


Emily Wilson Hussem: Sincerely, Stoneheart – Unmask the Enemy’s Lies, Find the Truth That Sets You Free, Nashville: Thomas Nelson, 2025, 240 Seiten, Paperback, ca. EUR 18,–

Die Rezensentin hat Germanistik und Theologie studiert und lebt mit ihrer Familie im Rheinland.

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