Kinderkatechese

Tauchfahrt ins Leben

An deine eigene Taufe erinnerst du dich wahrscheinlich nicht. Dabei war sie einer der wichtigsten Tage in deinem Leben!
Für eine Taufe braucht man Wasser. Welche sonstigen „Zutaten“ gehören zu dem Sakrament?
Foto: Harald Oppitz (KNA) | Für eine Taufe braucht man Wasser. Welche sonstigen „Zutaten“ gehören zu dem Sakrament?

 Kannst du dich noch an deine eigene Taufe erinnern? Wahrscheinlich nicht, denn da warst du höchstwahrscheinlich noch ein Baby. Aber vielleicht warst du schon einmal dabei, wie jemand getauft wurde? Überleg mal, an was du dich noch so erinnern kannst! Die Kirche? Das Taufbecken? Das weiße Kleid? Und was hat der Priester noch einmal gesagt, als er dreimal Wasser über den Kopf des Babys goss? Genau: Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.


Hast du dich schon einmal gefragt, was das ist – die Taufe? Was hat das mit dir gemacht, als du getauft wurdest? Das lässt sich auf den ersten Blick ganz einfach beantworten: Seit deiner Taufe bist du Christ. Du gehörst zur Kirche. Die Taufe, das ist erst einmal ähnlich wie ein Beitritt in eine Gruppe, zum Beispiel in einen Verein. Wer sich taufen lässt, wird Teil einer Gemeinschaft. Und zwar wird er Teil der Gemeinschaft aller Menschen, die getauft sind – das ist die Kirche. Aber ist das schon alles? Warum beginnt der Eintritt in die Kirche denn genau mit einer Taufe und nicht anders, zum Beispiel mit einer Anmeldung, die du oder deine Eltern ausfüllen müssen? 

Vorher-Nachher-Effekt: Was bewirkt eine Taufe?

Das hängt damit zusammen, dass die Kirche nicht so eine Art von Gemeinschaft ist wie deine Sportmannschaft oder der Chor in der Musikschule. Wer zur Kirche gehören möchte, der will das nicht, weil er dort eine Sportart oder ein Instrument lernen kann, sondern weil er weiß: Dort finde ich Gott, der mich liebt. Stell es dir vielleicht vor wie den Beginn einer Freundschaft, die dein Leben von einem Tag auf den anderen total verändert. Mit der Taufe trittst du nicht nur einfach in einen neuen Verein ein, sondern beginnst eine ganz neue Art zu leben. In dem Moment, in dem du Christ wirst, passiert nämlich etwas ganz Reales mit dir. Wenn du auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft wirst, dann bekommst du dabei drei besondere Kräfte oder Eigenschaften. 

Im Namen des Vaters:  Kind Gottes werden

Erstens: Mit der Taufe wirst du Kind Gottes. Gott ist nicht mehr nur eine große mächtige Gestalt, mit der du nicht viel zu tun hast, sondern Gott wird durch die Taufe dein himmlischer Vater, von dem du dir sicher sein kannst: Er liebt dich ganz besonders. Übrigens sind dadurch auch alle Getauften Geschwister – ist dir das schon einmal aufgefallen?

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Im Namen des Sohnes: Ein Erlöser für dich!

Zweitens: Mit der Taufe wird Jesus dein Erlöser. Was heißt das denn nun? Als Christen glauben wir, dass Gott Jesus genau deshalb in unsere Welt geschickt hat, damit er uns Menschen rettet. Wir Menschen haben einige Dinge nicht in der Hand: zum Beispiel, immer nur Gutes zu tun oder vollkommen zu lieben. Auch kann es niemand verhindern, eines Tages sterben zu müssen. Aus diesem Unglück, aus Sünde und Tod, hat uns Jesus durch seinen Tod am Kreuz gerettet. Wenn wir nun getauft werden, dann wird dieser Tod von Jesus für uns zum Geschenk. Wer sich taufen lässt, sagt damit zu Jesus: Ja, du darfst mich erlösen, du darfst mich aus der Sünde und vor dem Tod retten. 

Im Namen des Heiligen Geistes: Deine Superkraft

Drittens: Deine neue Superkraft ist von jetzt an der Heilige Geist. Wie ich eben schon gesagt habe: Wenn es nur auf unsere eigene Kraft ankäme, dann würden wir uns ziemlich schwertun, immer nur Gutes zu tun und jemanden wirklich ganz und gar lieb zu haben – so lieb, dass wir uns selbst dabei ganz hinten anstellen können. Wir brauchen da göttliche Hilfe, und genau die gibt es auch mit der Taufe. Wenn du dich taufen lässt, dann darf in dir ab jetzt der Heilige Geist schalten und walten und all das Gute tun, das du selbst nicht hinbekommst. Ok, ich gebe zu: Es funktioniert nicht automatisch. Du musst Gott auch immer wieder neu um diese tolle Kraft bitten. Aber dann funktioniert es ganz sicher!

So funktioniert es: Einmal Abtauchen, bitte!

Was, würdest du sagen, ist die allerwichtigste Zutat für eine Taufe? Genau, das Wasser! Der Priester gießt Wasser über den Kopf des Täuflings und spricht dabei die Taufformel: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Hierbei ist übrigens etwas Phantasie gefragt – denn ursprünglich war die Taufe mehr als nur ein paar Tropfen Wasser auf den Kopf. Als direkt nach Jesu Lebzeiten in der frühen Kirche die ersten Christen getauft wurden, da war das immer ein richtiges Bad. Der Täufling stieg erst in das Wasser hinein und dann wieder hinaus. Wenn du dir das so vorstellst, dann siehst du vielleicht, was die Taufe für ein Zeichen ist: Die Sünde und der Tod werden richtiggehend abgewaschen. Wer aus dem Bad der Taufe wieder heraussteigt, ist ein neuer Mensch geworden: Ein Kind Gottes, in dem der Heilige Geist lauter Gutes bewirken kann und das nicht mehr sterben muss – in Ewigkeit. 

Schaffst du die volle Punktzahl?

Zum Abschluss eine kleine Übung: Lies die Sätze durch und setze die richtigen Begriffe an den richtigen Stellen ein!
Taufpate – Taufkerze – Taufkleid – Chrisamöl – Allerheiligenlitanei – Taufformel – Wasser – Taufbecken

  1. Das … ist ein weißes Kleid, das dem Täufling angelegt wird als Zeichen dafür, dass er ein neues Leben beginnt: Jetzt gehört er zu Christus.
  2. Die … lautet: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
  3. Über dem … wird der Täufling getauft.
  4. Der … soll den Täufling auf seinem Lebensweg begleiten. Seine Freundschaft mit Gott soll dem Täufling ein Vorbild sein.
  5. Mit … zeichnet der Priester ein Kreuz auf die Stirn des Täuflings – so salbt er ihn und zeigt: Jetzt hat der Täufling die Würde eines Königs.
  6.  Die … wird an der Osterkerze angezündet. Ihr Licht erhellt den Lebensweg des Täuflings: Jesus ist immer bei ihm, auch in dunklen Zeiten.
  7.  Keine Taufe ohne …!
  8. In der … werden die Heiligen angerufen: Sie sollen mithelfen, für den Täufling zu beten.

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Isabel Kirchner Heiliger Geist Jesus Christus Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Taufbecken

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