Kinderkatechese

Noah und die große Flut

Die Geschichte von Noah aus dem Alten Testament zeigt uns: Gott ist treu – immer!
Findest du Lilly und Bob auf der Arche Noah?
Foto: YOUCAT Foundation | Findest du Lilly und Bob auf der Arche Noah?

Opa: Hallo Lilly! Hallo Bob! Schön euch zu sehen.

Bob: Opa, Opa, wir haben heute einen wunderschönen Regenbogen gesehen! Ganz groß und klar am Himmel!

Lilly: Der entsteht, wenn es regnet und gleichzeitig die Sonne scheint.

Opa: Absolut richtig, wenn die Lichtstrahlen der Sonne auf Wassertropfen treffen, dann bildet sich ein Regenbogen. Wir können ihn aber niemals berühren, er ist ein rein optisches Phänomen, das wir nur erblicken, wenn wir zwischen dem Bogen und der Sonne stehen.

Bob: Kann man ihn vom Flugzeug aus besser sehen?

Opa: Von einer höheren Position aus, zum Beispiel von einem Flugzeug, kannst du sogar erkennen, dass der Regenbogen gar kein Bogen, sondern ein Kreis ist. Er hat keinen Anfang und kein Ende. Wir sehen nur ein Stück vom „Regenkreis“, der sich hinter der Erde versteckt. Den englischen Naturforscher Isaac Newton könnte man übrigens als Entdecker des Regenbogens bezeichnen. Er hat im 17. Jahrhundert herausgefunden, dass das für uns weiße Licht der Sonnenstrahlen aus vielen verschiedenen Farben zusammengesetzt ist. Könnt ihr mir die Farben des Regenbogens nennen?

Lilly: Klar! Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Violett.

Opa: Nicht schlecht. Als weitere Farbe könnte man noch „Indigo“ ergänzen, eine Mischfarbe zwischen Blau und Violett. Aber ansonsten ist sogar die Reihenfolge der genannten Farben – die ist nämlich immer die gleiche – richtig. Wisst ihr denn auch, dass der Regenbogen das Zeichen des ersten Bundes zwischen Gott und den Menschen ist?

Bob: Was ist ein Bund?

Opa: Ein Bund ist ein unauflösliches Versprechen. In der Noah-Geschichte kommt das Wort „Bund“ zum ersten Mal und dann ganz oft in der Bibel vor. Aber ich fange mal von vorne an: Vor ungefähr 3 000 Jahren vor Christus herrschte sehr viel Gewalt auf der Erde. So viel Ungerechtigkeit und Böses, dass die Menschen, die dies alles verursachten, Gott missfielen. Nur noch Noah gefiel Gott. Deshalb befahl er ihm, eine Arche zu bauen. Das ist ein großes Schiff. Es sollte dreihundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch sein. Eine Elle in der Bibel ist übrigens ungefähr ein halber Meter.

Lilly: Können wir ausrechnen, wie groß die Arche war? Bob: Aber erst später!

Opa: Also, dann weiter in der Geschichte: Noah baute die Arche. Er brachte seine Familie und von den Lebewesen des Landes je ein Männchen und ein Weibchen dorthin. Dann kündigte Gott an, dass er eine gewaltige Flut auf die Erde schicken wird und dass alle Menschen und alle Tiere, die nicht in der Arche sind, sterben werden.

Lilly: Hat Noah dann andere Menschen gewarnt?

Opa: Bestimmt hat er das, aber sie haben ihm nicht geglaubt. Manchmal lässt einen der Glaube dumm aussehen, bis es eben anfängt zu regnen … denn es regnete tatsächlich: vierzig Tage und vierzig Nächte lang, ununterbrochen. Die ganze Erde wurde von Wassermassen bedeckt und alles, was auf dem Trockenen war, starb. Es überlebte nur Noah und was mit ihm in der Arche war. Dann nahm das Wasser immer mehr ab. In der Bibel steht, dass Noah das Fenster der Arche öffnete und eine Taube hinausließ, um zu sehen, ob das Wasser auf dem Erdboden schon abgenommen hatte. Erst als die Taube mit einem frischen Ölzweig in ihrem Schnabel zurückkehrte, wusste Noah, dass die Flut endlich zurückgegangen war. Das Wasser nahm schließlich soweit ab, bis die Arche auf dem Gebirge Ararat auflief.

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Bob: Wo ist das, das Gebirge Ararat?

Opa: Der Berg Ararat ist 5 137 m hoch und liegt im Armenischen Hochland, in der heutigen Türkei.

Lilly: Ist Gott denn grausam, dass er alles, was er erschaffen hat, einfach sterben lässt?

Opa: Eine sehr gute Frage. Weißt du, die Geschichte von Noah und der großen Flut ist keine Dokumentation, sondern eine wichtige Erzählung über Gott, der die Vernichtung der Menschheit nicht will. Alle, die auf Gott hören, werden gerettet – damals wie heute. Zu dieser Zeit vertraute aber leider nur noch Noah auf Gott.

Bob: So traurig, dass sonst niemand auf Gott hören wollte …

Opa: Ja, das ist wahr. Gott schloss einen Bund mit Noah, um ihn und seine Familie zu retten. Und als sie nach der großen Flut die Arche wieder verlassen konnten, ließ Gott am Himmel einen Regenbogen als Zeichen ihres Bundes erscheinen. Der Regenbogen verbindet Himmel und Erde und stellt so bildlich die Versöhnung zwischen Gott und der Menschheit dar. Außerdem segnete Gott Noah und seine Familie und versprach ihnen, dass er nie nie wieder eine solche gewaltige Flut über die Erde kommen lassen wird.

Lilly: Dann hat der Bund Gottes genau wie der Regenbogen kein Ende!

Opa: Das hast du sehr gut kombiniert. Wenn ihr möchtet, können wir jetzt gemeinsam einen Regenbogen malen, in all seinen Farben.

Bob: Ja, das machen wir!

Opa: Und immer wenn ihr einen Regenbogen am Himmel entdeckt, könnt ihr daran denken: Gott rettet, egal welche Katastrophen über uns hereinbrechen.

Lilly und Bob sind die zwei Helden im „YOUCAT for Kids“, dem 2018 erschienenem Kinder- und Elternkatechismus.

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