Kinderkatechese

Ein kleines Advents-ABC nicht nur für Kinder

Es geht los! Endlich ist der Advent da. Wir haben euch hier ein kleines Advents-ABC zusammengestellt. Sicherlich hast du diese Wörter schon mal gehört. Und du verstehst sie. Aber kennst du ihre tiefere Bedeutung?
Maria und Josef machen sich auf dem Weg nach Bethlehem, dem „Haus des Brotes“, wo Jesus geboren wird.
Foto: Maricarmen Vargas | Maria und Josef machen sich auf dem Weg nach Bethlehem, dem „Haus des Brotes“, wo Jesus geboren wird.

 Der Advent ist eine ganz besondere, irgendwie geheimnisvolle Zeit. Wir warten auf Weihnachten, auf die Geburt des Jesuskindes. Mit dem Wort „Advent” bezeichnen wir also die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Dabei denkst du vermutlich an den Adventskranz, Kerzen, Lieder und Plätzchenduft. Während des Advents laufen uns immer einige Begriffe immer wieder über den Weg, zum Beispiel in adventlichen Liedern. Die wollen wir uns jetzt gemeinsam einmal näher anschauen.


A wie Advent

Das Wort „Advent“ ist die Abkürzung des lateinischen Wortes „adventus“. Dies bedeutet „Ankunft“. Wahrscheinlich kommst du sehr schnell darauf, um wessen Ankunft es hier geht. Genau: Jesus kommt an. Er wird in einem kleinen Stall für uns geboren. Maria ist seine Mutter. Josef, ihr Mann, sorgt für sie. Bekommt ihr manchmal Besuch? Erinnere dich, als Oma und Opa, deine Patentante oder dein Patenonkel das letzte Mal zu Besuch kamen. Was habt ihr getan, bevor euer Gast ankam? Richtig: ihr habt alles vorbereitet. Bestimmt habt ihr das Haus ein wenig geputzt, die alten Zeitungen vom Wohnzimmertisch geräumt, ein gutes Mittagessen gekocht und das Gästebett bezogen. Je wichtiger der Gast ist, umso aufwendiger und länger werden die Vorbereitungen.


An Weihnachten kommt Jesus an. Dieser göttliche Gast verdient eine ganz besondere Vorbereitung. Deswegen dauert der Advent auch fast vier Wochen. Im Advent bereiten wir zum einen unsere Wohnungen auf Weihnachten vor. Wir stellen einen Adventskranz auf und dekorieren die Zimmer. Aber es gibt noch mehr: An Weihnachten kommt Jesus in dein Herz. Wie kannst du dein Herz auf sein Kommen vorbereiten? In manchen Familien ist es Tradition, dass sie eine leere Futterkrippe aufstellen. Wenn jemand eine gute Tat getan hat, darf er einen Strohhalm in die Krippe legen. An Weihnachten findet Jesus dort einen weichen Platz vor. Vielleicht wollt ihr eure Herzen auf Weihnachten vorbereiten, indem ihr jeden Tag ein kleines Gebet für die kranken und traurigen Menschen sprecht. Oder du nimmst dir zum Beispiel vor, jede Woche eine einsame Person anzurufen.


B wie Bethlehem


Es ist bestimmt nichts Neues für dich: Jesus wurde in Betlehem geboren. Was du womöglich noch nicht wusstest: Der hebräische Ausdruck bet-lehem bedeutet „Haus des Brotes“. Das ist spannend. Denn Jesus hat einmal gesagt, „ich bin das Brot des Lebens“ (Johannes 6,48). Es war kein Zufall, dass Jesus an diesem Ort geboren wurde. Was möchte er uns dadurch mitteilen?
Wenn du morgens zur Schule gehst, hast du vermutlich ein Butterbrot für die Pause dabei. Das ist wichtig, denn dein Körper braucht Kraft für den Tag. Wenn du deine Brotdose versehentlich zuhause vergisst, spürst du großen Hunger. Wenn Jesus sich das Brot des Lebens nennt, möchte er Nahrung für unsere Seele sein. Unsere Seele hungert oft nach Liebe, Anerkennung, Trost und Stärke. Niemand kann uns das so gut geben wie Jesus.
Diejenigen von euch, die schon zur Erstkommunion gegangen sind, denken an dieser Stelle sicher auch an die Eucharistie. Unter der Gestalt von Brot ist Jesus wirklich da und kommt in unsere Herzen. Er wollte nicht nur den Hunger der Menschen vor 2000 Jahren stillen, sondern auch deinen und meinen Hunger, den Hunger unserer Seele.


I wie Immanuel

Wenn du in der Adventszeit an einem Gottesdienst teilnimmst, ist es wahrscheinlich, dass du den Namen „Immanuel“ hörst. Der Immanuel soll endlich kommen, wird in einem alten Lied gesungen. Wer ist das? Vor knapp 2800 Jahren lebte ein weiser Mann in Jerusalem. Sein Name war Jesaja. Er war ein Prophet. Das bedeutet, dass Gott ihm wichtige Botschaften gegeben hat, die er dann an das Volk weitergeben sollte. Außerdem berichtet er von Begebenheiten, in denen Gott gewirkt hat. So erzählt er z.B. von König Ahas.

Lesen Sie auch:

Dieser wurde gerade in einen Krieg verwickelt. Gott sagt ihm zu, dass das Volk nicht zugrunde gehen wird. Und er möchte dem König ein Zeichen geben: „Siehe, die Jungfrau hat empfangen, sie gebiert einen Sohn und wird ihm den Namen Immanuel geben.“ (Jes 7,14). Wir verstehen diesen Text als ein prophetisches Wort, das über ein Ereignis spricht, das erst 700 Jahre später eintreten sollte: Maria bringt Jesus auf die Welt. „Immanuel“ bedeutet: Gott ist mit uns. Das war für König Ahas und seine Leute eine wichtige Botschaft. Dass Jesus, der Gott ist, als kleines Kind auf die Welt kommt, zeigt uns dasselbe: Gott ist mit uns! Gott hat die Menschen unfassbar lieb. Jeden. Auch dich! Und er ist bei dir. An deiner Seite. Unabhängig davon, ob du dir dessen bewusst bist oder nicht. Da können wir einfach nur staunen! Gott versteckt sich nicht in der Ferne. Er ist bei uns! – Woran wir fest glauben.


J wie Jesus

Josef, der Verlobte Marias, hat es nicht leicht gehabt. Denn Gott hatte besondere Pläne für Maria, sie sollte Jesus auf die Welt bringen. Für Josef brachte das einige Schwierigkeiten mit sich. Aber Gott hat ihm geholfen. Als Josef fest schlief, hat er ihm einen Engel geschickt, um zu ihm im Traum zu sprechen. Dabei hat der Engel über das Kind Folgendes gesagt: „Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“ (Mattäus 1, 20-21). Josef konnte sich an all das auch nach dem Schlaf erinnern und den Rat des Engels befolgen.
Was aber bedeutet der Name „Jesus“? Auf Hebräisch heißt dieser Name Jehoschua, das bedeutet „Jahwe ist Rettung“. Jesus soll also ein Retter sein. Aber wen wird er retten? Wovor?


Dazu müssen wir zu den ersten Seiten der Bibel zurückkehren. Dort lesen wir von Adam und Eva. Sie sind im Paradies. Und sie essen von dem Baum, von dem Gott ihnen verboten hatte, etwas zu nehmen. Sie haben das Gebot Gottes überschritten und begehen eine Sünde. Ihre Freundschaft mit Gott ist verletzt. Die Menschen, die nach Adam und Eva auf die Welt kommen, machen eine ähnliche Erfahrung: die Sünde scheint verlockend, aber sie trennt uns von Gott. Das ist tragisch. Denn die Menschen können ihre Freundschaft mit Gott nicht selber wiederherstellen. Das kann nur Gott. Nach langem Warten kommt nun Jesus. Er möchte, dass alle Sünder Verzeihung erfahren. Und dass sie dadurch wieder in Freundschaft mit Gott leben. Das gilt auch für uns Menschen heute, für dich und mich. Im Sakrament der Beichte verzeiht Jesus deine Sünden und rettet dich. Tipp: Wenn du dich auf Weihnachten gut vorbereiten möchtest, lege einen Tag fest, an dem du beichten gehst und Jesus dir als Guter Hirte alle deine Sünden verzeiht.


M wie Morgenland

Hast du schon mal auf einer Landkarte das Morgenland gesucht? Dann bist du wahrscheinlich nicht fündig geworden. Mit dem Begriff „Morgenland“ verweist man auf die Richtung, in der die Sonne am Morgen aufgeht. Das ist also der Osten. Von den Sterndeutern, die bei der Geburt Jesu dabei waren, wird berichtet, dass sie aus dem Morgenland (also aus dem Osten) kamen. Es ist beeindruckend, dass sie so eine weite Strecke einfach einem Stern gefolgt sind, im Vertrauen, eine besondere Person zu finden. Und als sie das Jesuskind in der Krippe finden, sind sie nicht enttäuscht.

Sie verstehen wahrscheinlich nicht ganz, was passiert, aber wissen in ihrem Herzen: das ist der König, den sie suchen. Und sie knien sich hin und beten Jesus an. Schließlich übergeben sie wertvolle Geschenke.
Was können wir von den Weisen aus dem Morgenland lernen? Das Jesuskind ist ein König, obwohl es so unscheinbar ist. Deswegen verehren wir dieses Kind. Und wir bringen ihm Geschenke. Hast du dir schon ein Geschenk überlegt, das du Jesus zu seinem Geburtstag schenken möchtest? Du hast noch drei Wochen Zeit, um etwas Wertvolles für ihn vorzubereiten. Sei kreativ: was möchtest du dem kleinen Jesus dieses Jahr schenken?

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Bernadette Ballestrem Raphael Ballestrem Advent Erstkommunion Jesus Christus Mutter Jesu Maria

Weitere Artikel

Die Zeit bis Weihnachten wird uns manchmal lang. Maria hilft uns dabei, uns auf das Kommen des Christkinds vorzubereiten.
15.12.2022, 05 Uhr
Marie-Therese Rouxel Sibylle Schmitt
Was ein Volkshochschullehrer über die Stille Nacht, die Jungfrauengeburt und christliche Formen des Feierns denkt.
16.12.2022, 19 Uhr
Michael Karger

Kirche

Kirchenführung durch Interviews wahrzunehmen, halte er für äußerst fragwürdig, so der DBK-Vorsitzende. Am „Synodalen Ausschuss“ will er weiter festhalten.
27.01.2023, 15 Uhr
In der EU zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Religionsfreiheit wird mehr und mehr auf Gewissens- und Meinungsfreiheit reduziert.
28.01.2023, 11 Uhr
Stephan Baier