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Kinderkatechese: Komm, Heiliger Geist!

Nachdem Jesus zum Vater gegangen war, beteten seine Jüngerinnen und Jünger neun Tage lang um den Heiligen Geist. Daher kommt der Brauch der Pfingst-Novene.
Der Heilige Geist in Form eines feurigen Vogels regnet seine Früchte als Federn und Feuerflammen herab.
Foto: Sally-Jo Durney | Der Heilige Geist in Form eines feurigen Vogels regnet seine Früchte als Federn und Feuerflammen herab.

Die Pfingst-Novene startet am Freitag nach Christi Himmelfahrt, dauert neun Tage und bereitet auf das Kommen des Heiligen Geistes vor. Da trifft es sich gut, dass der Apostel Paulus neun „Früchte“ nennt, die der Geist Jesu hervorbringt (Gal 5,22): neun Tugenden, die wir meditieren, erbitten, einüben können. Wenn du jeden Tag mit einem Gebet beginnst und einen Vorsatz fasst, kann dir der Heilige Geist helfen, diese Eigenschaften einzuüben und damit Jesus ähnlicher zu werden.

Freitag: Liebe

 „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist.“ (Röm 5,5) Wo der Heilige Geist ist, da ist Liebe, und zwar echte Liebe – nicht nur das wohlige Gefühl, das man spürt, wenn man sich zu jemanden hingezogen fühlt oder etwas haben will: Keine Wenn-dann-Liebe, keine Liebe auf Zeit, die kommt und vergeht! Gottes Liebe stellt keine Bedingungen und hört niemals auf. Jesus ist auch mit den Schwierigen barmherzig und erträgt ihre Fehler. Seine Liebe ist der Heilige Geist, der alles neu macht, vor allem unsere Beziehungen. Die Fähigkeit zu lieben ist sein kostbarstes Geschenk.

Vater im Himmel, du bist vollkommen in deiner Liebe. Sende mir den Geist der Liebe, damit er mir zeigt, wo ich selbstsüchtig bin oder jähzornig werde. Lass mich so barmherzig und selbstlos leben wie Jesus, der mit dir im Heiligen Geist lebt und liebt in Ewigkeit. Amen.

Samstag: Freude

 „Bleibt in meiner Liebe, … damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.“ (Joh 15,9-11) In der Werbung werden uns ständig glückliche Menschen gezeigt, die sich über irgendein Produkt freuen oder Spaß haben. Aber Jesus will für uns Leben in Fülle: eine Freude, die über den Augenblick hinaus dauert. Der Schlüssel zu dieser Lebensfreude ist die Dankbarkeit: Jesus hat für uns den Tod besiegt und uns ewiges Leben erworben. Er will uns bei sich im Himmel haben, um mit uns eine paradiesische Party zu feiern.

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Vater im Himmel, du hast mich erschaffen, damit ich für immer glücklich werde. Dein Sohn hat die Welt besiegt und alles dafür getan, dass ich ewige Freude erfahren kann. Im Heiligen Geist ist er mir nahe in allen Situationen meines Lebens, jeden Tag, – erst recht, wenn es mir schlecht geht. Ich danke dir für sein Licht und seinen Trost in Ewigkeit. Amen.

Sonntag: Frieden

 „Selig, die Frieden stiften.“ (Mt 5,9) Nachdem Jesus am Kreuz gestorben war, haben sich seine Jünger eingesperrt, denn sie hatten große Angst und fühlten sich schuldig. Doch am Ostertag tritt Jesus in ihre Mitte; er wünscht ihnen den Frieden und haucht sie an: „Empfangt den Heiligen Geist!“ Der Friede Jesu vertreibt alles Dunkle aus unseren Herzen: Angst und Schmerz, Groll und Gram, Neid und Scham. Sein Geist stiftet uns zum Frieden an.

Vater im Himmel, voller Unfrieden ist die Welt um mich herum. Nur in dir finden wir einen Frieden, den die Welt nicht geben kann. Du kennst mein Herz und seine Sehnsucht. Bei dir finde ich Ruhe wie ein Baby an der Brust seiner Mutter. Hauche mich an mit dem Friedensgeist deines Sohnes, damit ich Frieden stifte! Amen.

Montag: Langmut

Mit Kindern durch das Kirchenjahr

„Gott gebe euch viel Kraft, damit ihr in allem Geduld und Ausdauer habt.“ (Kol 1,11) Die sportlichste Frucht des Heiligen Geistes heißt „Langmut“. Es bedeutet, lange Mut zu haben bei Rückschlägen und Niederlagen, also nicht so schnell aufzugeben, wenn sich das Gute nicht so schnell entwickelt, wie wir es erwarten; sondern Geduld zu haben mit uns selber, mit unseren Mitmenschen und mit Gott. Denn keiner ist geduldiger als Jesus. Sein Geist schenkt uns einen langen Atem.

Vater im Himmel, ich danke dir für die Geduld, die du mit mir hast. Ich weiß, dass du dich auch an kleinen Fortschritten freust und mich aufrichtest, wenn ich einmal falle. Schenke auch mir den langen Atem deines Geistes und Geduld in aller Bedrängnis durch Christus unseren Herrn! Amen.

Dienstag: Freundlichkeit

 „Schmäht niemand, seid friedfertig und gütig! Zeigt allen Menschen gegenüber Freundlichkeit.“ (Titus 3,2) Freundlichkeit bedeutet, anderen im Alltag so liebevoll zu begegnen wie Freunden – ohne sich etwas davon zu erwarten. Der Heilige Geist liebt es, Menschen einen Gefallen zu erweisen und ihnen die Freundlichkeit Gottes zu zeigen – und er möchte dies durch dich tun! Er macht dich hilfsbereit und höflich, zuvorkommend und zärtlich.

Heilige Geist in Form eines feurigen Vogels
Foto: Sally-Jo Durney

Vater im Himmel, du erweist mir jeden Tag deine Freundlichkeit in tausend Kleinigkeiten. Ich danke dir dafür von Herzen und bitte dich: Öffne meinen Blick für die Bedürfnisse meiner Mitmenschen! Sende mir den freundlichen Geist Jesu, damit alle, denen ich begegne, an deine Liebe glauben können! Amen.

Mittwoch: Güte

 „Eure Güte werde allen Menschen bekannt: Der Herr ist nahe.“ (Phil 4,5) „Dass ich Gutes unterlassen habe“, gestehen wir im Schuldbekenntnis. Selbst wenn wir nichts Böses tun, fehlt uns oft die Kraft zum Guten. Gütig zu leben zeichnet einen Christen aus, denn das war der Lifestyle Jesu! Im Heiligen Geist wird Güte zur Visitenkarte unseres Lebens.

Vater im Himmel, alles Gute kommt von dir: Du bist allen Menschen nahe und gütig zu Guten und Bösen. Schenke mir die Kraft zum Guten, damit ich deinem Sohn immer ähnlicher werde und in meinen Mitmenschen ihm begegne, der mit dir die Güte des Heiligen Geistes teilt! Amen.

Donnerstag: Treue

 „Gott, der euch beruft, ist treu.“ (1Thess 5,24) Gottes Treue ist „so sicher wie das Amen in der Kirche“. Wer Amen sagt, steht fest im Glauben und vertraut darauf, dass Gott zuverlässig ist. Der Heilige Geist, der die Jünger berufen hat, gibt ihnen auch die nötige Kraft, ihrer Berufung treu zu bleiben. Weil er zuverlässig ist, kann man sich auch auf uns verlassen.

Vater im Himmel, du bist treu und auf dein Wort ist Verlass. Jesus hat mich berufen, den Glauben zu verbreiten und in der Liebe zu leben. Sende mir den Geist der Stärke, damit ich zu meinem Wort stehe und meiner Berufung treu bleibe, durch Christus unseren Herrn. Amen.

Freitag: Sanftmut

 „Mein Joch ist sanft und meine Last drückt nicht.“ (Mt 11,30) Wo der Heilige Geist ist, da ist Sanftmut. Der Heilige Geist schenkt Mut, aber einen sanften Mut, der keine Gewalt braucht im Kampf für eine gute Sache. Der Geist Jesu überfordert auch niemanden: Er übt Nachsicht mit unseren Schwächen, um aus ihnen das Beste zu machen. Er schenkt uns Geduld mit unseren Mitmenschen.

Vater im Himmel, in deinem Sohn Jesus zeigst du uns deine Milde und Nachsicht. Sanft und geduldig geht er den Menschen nach, um sie für dich zu gewinnen. Sende mir seinen Geist, damit ich nichts aus falschem Ehrgeiz tue, meine Mitmenschen achte wie mich selbst und ihnen mit Sanftmut und Respekt begegne! Amen.

Samstag: Selbstbeherrschung

 „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2Kor 3,17) Der Heilige Geist bewirkt, dass du ganz du selbst sein kannst und dich nicht besitzen lässt von Dingen, die dich abhängig machen oder dir Furcht einflößen. Du wirst frei sein, das zu tun, was du von Herzen gern tun möchtest: das Gute, wozu dich Gott erschaffen hat.

Vater im Himmel, du hast den Menschen frei geschaffen und dein Volk aus der Knechtschaft befreit. Sende mir den Geist deines Sohnes, damit ich mich nicht von Stimmungen und Launen beherrschen lasse und von Lust und Unlust abhängig bin. Mache mich frei, in Liebe das Gute zu wählen und zu vollbringen durch Christus, unseren Herrn. Amen.

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