Einzug in Jerusalem

„Hosanna dem Sohne Davids“

Der Palmsonntag läutet die Karwoche ein. Ein kleines „Hörspiel“ stimmt auf dieses Fest ein.
Palmsonntagsprozession
Foto: Katharina Ebel (KNA) | Auch wir begrüßen Jesus am Palmsonntag mit Palmzweigen.

Die Tage Jesu sind gezählt. In Jerusalem erwartet man mit Spannung das Eintreffen Jesu und seiner Jünger: Ob er sich wohl noch einmal in die Stadt traut, wo er doch so viele Feinde hat? Aber auch seine Anhänger sind zahlreich und setzen ihre ganze Hoffnung darauf, dass sich Jesus als Messias erweist und endlich das Reich Gottes aufrichtet. Der folgende Dialog ist eine gute Vorbereitung für die Feier des Palmsonntags; denn er verdeutlicht die Hoffnung und die Befürchtungen der Bewohner Jerusalems und der Jünger Jesu. Die Familie könnte den Text kopieren und in verteilten Rollen vorlesen; oder einer trägt das ganze „Hörspiel“ einfach selber lebendig vor.

Mit Jesus nach Jerusalem!

In jenen Tagen ist in Jerusalem eine große Menschenmenge zusammengekommen: Tausende von Pilgern bereiten sich in der heiligen Stadt auf das größte Fest der Juden vor: Pessach. Das Pessachfest erinnert die Kinder Israels an den Auszug aus Ägypten, die Befreiung von der Sklaverei. [Vier Leser]

Joel: Habt ihr gehört, auch dieser Rabbi aus Galiläa soll zum Fest kommen! / Dan: Jesus? Na, wenn das mal gut geht! / Rut: Die Schriftgelehrten sind stinksauer auf ihn, vor allem die Pharisäer! Dan: Und die Hohenpriester erst! Die ganze Stadt ist voll Tempelwächter und Soldaten. / Joel: Kein Wunder! Seine Jünger verehren ihn ja als Messias. / Rut: Seine Jünger? Bringt er die etwa mit? / Joel: Sie sind schon auf dem Weg von Betanien hierher! / Lea: Stellt euch vor, dort soll dieser Jesus einen Mann namens Lazarus von den Toten auferweckt haben! / Dan: Spinn doch nicht! Lea: Blinde sehen, Taube hören, Lahme gehen wieder! / Rut: Das glaub ich ja noch. Aber Tote wieder lebendig machen? Das gibt?s doch nicht! / Joel: Doch, sie hat recht, ich hab?s selber gesehen. Der Lazarus war schon vier Tage tot! Und jetzt lebt er wieder. / Dan: Was wollt ihr denn mit den Palmzweigen? / Lea: Wir ziehen ihm entgegen und begrüßen ihn. / Joel: So einem König gebührt ein würdiger Empfang! / Rut: Der ist doch kein König! / Lea: Komm mit, du wirst es ja sehen! Da schau, der Trubel am Stadttor! / Dan: Da kommt er ja! Auf einem Esel reitet er durchs Tor! / Joel: Auf einem Esel ... Aber Könige reiten doch hoch zu Pferd! / Dan: Aber so steht es beim Propheten Sacharja: „Jauchze und juble, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Gerecht und demütig ist er und reitet auf einem Esel, auf dem Jungen einer Eselin.“ Joel (begeistert): Hosanna! / Lea: Hosanna dem Sohne Davids! / Rut: Hosanna! / Dan: Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn!

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Finstere Pharisäer

Etwas abseits steht eine Gruppe von Pharisäern. Sie schauen finster drein. [3 Leser]

1.Ph.: Habt ihr gehört: „Sohn Davids!“ ... „König“ nennen sie ihn! / 2.Ph.: Jetzt geht er zu weit! / 3.Ph.: So steht es schon beim Propheten: „Siehe, Jerusalem, dein König kommt; er sitzt auf dem Fohlen einer Eselin …“ / 1.Ph.: Aber nicht dieser galiläische Gotteslästerer! / 2.Ph.: Man sollte ihn vor König Herodes stellen … / 3.Ph.: ... und vor den Hohen Rat und die Hohenpriester … / 1.Ph.: … oder an Pontius Pilatus ausliefern! / 2.Ph.: Er muss weg, darüber gibt es keinen Zweifel. / 3.Ph.: Aber wie kommen wir an ihn heran? Er ist umringt von Menschen! / 1.Ph.: Psst, sei still. Da kommt er schon!

Lea: (begeistert) Hosanna, Sohn Davids! / 2.Ph.: (streng) Rabbi! Weise deine Schüler zurecht! / Jesus: Ich sage euch, wenn diese schweigen, werden die Steine schreien! / Rut: Hosanna! / 3.Ph.: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; alle Welt läuft ihm nach. / 1.Ph.: Wir müssten ihn erwischen, wenn er allein ist. Am besten nachts … / 2.Ph.: Mal sehn, was sich machen lässt! Ich kenne da einen seiner Jünger…

Die Stunde ist gekommen

Jesus nimmt seine Jünger auf die Seite [Vier Leser]:

Jesus: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. / Johannes: Was soll das heißen. Was meinst du mit „verherrlicht“? / Simon: Ja, du wirst König und wir sind dein königlicher Hofstaat! / Jakobus: … und herrschen über die zwölf Stämme Israels! / Simon: Dummkopf! Hast du nicht gesehen, wieviel Soldaten in der Stadt sind? / Johannes: Und was die Pharisäer für finstere Gesichter machen! / Simon: Herr, lass uns fortgehen aus dieser gefährlichen Stadt! / Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. / Jakobus: Wie sollen wir das verstehen? / Jesus: Wer an seinem Leben hängt, wird es verlieren. Wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wer sich selber also nicht so wichtig nimmt und aufspielt, sondern sich für andere hingibt und ihnen dient, der wird es bewahren bis ins ewige Leben. Erst wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen. Wer mir dienen will, der folge mir nach!

Und seine Jünger trotteten hinter Jesus her und dachten darüber nach, wie er das wohl gemeint hat.

Wie versteht ihr die Worte Jesu? Wie hättet ihr euch damals verhalten? Wie könnt ihr Jesus einen würdigen Empfang bereiten?

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