KINDERKATECHESE

Besuch für das Christkind

Theresa Rhee erklärt die Reise der drei Weisen aus dem Morgenland für Kinder.
Die Heiligen Drei Könige folgen dem Weihnachtsstern auf Kamelen.
Foto: imago stock&people (imago stock&people) | Die Heiligen Drei Könige folgen dem Weihnachtsstern auf Kamelen.

Ganz arme und einfache Jungen oder Männer waren die ersten, die Jesus besucht haben: Die Hirten. Gott hat es gefallen, dass diese die Ersten waren, die seinen Sohn sehen durften. Kurze Zeit nach den Hirten kamen dann die drei Weisen aus dem Morgenland (Matthäusevangelium 2). Diese waren vermutlich sehr wohlhabende und gebildete Männer aus einem fernen Land. Sie werden auch als Sterndeuter bezeichnet, da sie viele Jahre die Sterne erforscht haben. In ihren Forschungen hatten sie herausgefunden, dass eines Tages ein sehr hell leuchtender Stern am Himmel zu sehen sein würde. Dieser Stern sollte auf einen neugeborenen König aus dem „Judenland“ hinweisen. Also aus Judäa, dem Land, in dem Jesus gelebt hat. Das ist keine erfundene Geschichte. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es um das Jahr der Geburt Christi wirklich etwas ganz Außergewöhnliches am Himmel zu sehen gab, weil sich die beiden Planeten Jupiter und Saturn begegneten. 


Für Jesus ist kein Weg zu weit


Wie aufgeregt die Männer gewesen sein mussten, als sie den Stern am Himmel gesehen haben, der so hell leuchtete. Sie wollten unbedingt den neuen König sehen. Aber sie hatten keine Ahnung, was sie erwarten würde. Wir stellen uns vor, dass sie ihre Kamele auf die lange Reise vorbereitet haben, Geschenke für den neuen König und Proviant eingepackt haben und dann aufgebrochen sind. Vielleicht haben manche ihrer Zeitgenossen sie als verrückt bezeichnet: Warum nahmen sie eine so weite und gefährliche Reise in ein fremdes Land auf sich? Sie kannten ja nicht einmal den Weg und wussten auch nicht, wo genau sie den neuen König finden könnten. Noch dazu liefen sie einem Stern nach! Das diese Männer sich trotzdem auf den Weg gemacht haben, ist eigentlich ein Wunder und zeigt uns, dass Jesus die Menschen zu sich führt. Für ihn ist kein Weg zu weit. Die Weisen aus dem Morgenland müssen gespürt haben, dass etwas ganz Außergewöhnliches geschehen ist und dass dieser neugeborene König möglicherweise ihr Leben verändern wird. Sie mussten ihn einfach kennenlernen. 

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Die Heilige Schrift führt uns zu Jesus


Nach wochenlanger Reise kamen sie in Jerusalem an und fragten dort nach dem neugeborenen König. Als König Herodes davon erfuhr, war dieser gar nicht erfreut. Er war ein böser König. Und er erschrak, weil er fürchterliche Angst davor hatte, seine Macht zu verlieren. Im Matthäusevangelium erfahren wir, dass sogar ganz Jerusalem erschrak. Also: Die drei Männer auf den Kamelen schaffen es, dass eine ganze Stadt erschrak. Jeder wunderte sich, was diese Männer aus dem fernen Osten nach Jerusalem führte. So sprach sich schnell herum, dass sie einen neugeborenen König suchten. König Herodes wusste nicht, wo dieser geboren war, wollte es aber unbedingt herausfinden. Nicht um ihm zu huldigen, sondern um ihn zu töten. Daher befragte er die Schriftgelehrten, also die Männer, die sich sehr gut mit der Tora auskannten. Die Tora ist die heilige Schrift der Juden und ein Teil unseres Alten Testaments. Sie gaben ihm die Antwort: „In Bethlehem.“ Es führte die Weisen also nicht nur der Stern, sondern die Heilige Schrift zu Jesus, dem König. Auch wenn wir in der Bibel lesen, können wir zu Jesus finden. 
Jetzt kannten sie den genauen Ort, wo sie ans Ziel ihrer Reise kommen würden. Bethlehem ist auch der Geburtsort von König David. Im Alten Testament steht schon geschrieben, dass auch der Messias dort geboren werden soll. Jesus ist der Messias. Der König, den Gott für alle Zeiten eingesetzt hat.


Jesus überrascht uns


Voller Aufregung machten sich die Weisen aus dem Morgenland also auf den Weg nach Bethlehem. Nun sahen sie wieder den Stern. Kennst du das Gefühl, wenn man nach einer langen Autofahrt zu Oma und Opa oder anderen lieben Menschen kurz vorm Ziel ist? Dann steigt die Vorfreude und man wird ganz aufgeregt. So fühlten sich die drei. Bald waren sie endlich am Ziel ihrer Reise. Ob der neue König wohl in einem schönen Palast wohnte? Und ob er wohl schön gekleidet da lag? Sicherlich hatte er schon sehr viel Besuch bekommen und viele Geschenke. Jeder wollte ihn doch sehen. Als sie dann jedoch von Weitem sahen, dass der Stern über einem ärmlichen Stall zum Stehen kam, waren sie sehr verwundert. Hier sollte der neue König zu finden sein? Dieser Ort schien so unwürdig für einen König. Hatten sie sich vielleicht doch vertan? War es die lange Reise wirklich wert gewesen? Es gingen ihnen sicher viele solcher Gedanken durch den Kopf. Doch als sie eintraten, war alles anders.

Sie sahen Jesus und fielen vor ihm auf die Knie. Sie hatten keine Zweifel mehr, dass dieses kleine Baby in der Krippe der ersehnte neue König war. Ein ganz anderer König als alle Könige, die es jemals gegeben hatte. Sie spürten, dass von ihm ein ganz tiefer Frieden und eine große Freude ausging. Sie erahnten, dass sie hier Gott selbst trafen. Und sie beteten ihn an. Und gleich gaben sie ihm auch ihre Geschenke. Gold, weil Jesus ein König ist. Weihrauch, weil er der Sohn Gottes ist. Und Myrrhe als Symbol des Leidens. Was Maria und Josef wohl durch den Kopf ging, als plötzlich diese fremden Männer erschienen und vor Jesus niederknieten? Sie konnten von Anfang an sehen, dass Jesus für alle Menschen auf der ganzen Welt gekommen ist. 

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Als die drei dann wieder aufbrachen, gingen sie nicht mehr zu Herodes zurück, sondern nahmen einen anderen Weg nach Hause, weil Gott es ihnen im Traum so aufgetragen hatte. So steht es in der Bibel. Wir dürfen glauben, dass sie erfüllt und für immer verändert nach Hause zurückkamen. Und ganz sicher erzählten sie vielen Menschen in ihrer Heimat von dem Kind in der Krippe.

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