Mütter

„Lass es leuchten-Kongress“: Hören, wo Gott anklopft

Trotz aller Tätigkeiten, zu denen Gott Frauen außerhalb der Familie beruft, bleibt das Muttersein die wichtigste Berufung. Das ist das Fazit des dritten „Lass es leuchten-Kongress“ für Mütter
Mutter mit Kind
Foto: (146303713) | Beim "Lass es leuchten"-Kongress ermutigten verschiedene Sprecher Mütter dabei, ihre Berufung als Mutter ganzheitlich und mit dem Hören auf Gott zu leben.

Es klang fast nach Sport: raus aus der Komfortzone, etwas wagen, sich stretchen, springen. Nur ging es nicht um Sport, sondern um die Berufung als Frau und Mutter. Der dritte „Lass es leuchten-Kongress“ im Online-Format vom 28. April bis zum 5. Mai lud Frauen und vor allem junge Mütter ein, neben ihrem Muttersein weitere Talente zu erspüren und sie umzusetzen, gewissermaßen den Sprung ins Ungewisse zu wagen. 

Eine durchaus sportliche Angelegenheit, ist der Alltag einer Mutter doch oft bis oben gefüllt und fordern Kinder volle Aufmerksamkeit, weiß Initiatorin Jennifer Pepper. Ziel des Kongresses war aber nicht, Mütter noch mehr zu stressen, sondern die Einzigartigkeit jeder Einzelnen und zugleich die Vielschichtigkeit der Berufungen aufzuzeigen. Die Mutterschaft wertzuschätzen ist der 2-fachen Mutter sehr wichtig, sagte sie gleich zu Beginn der Veranstaltung. Aber genauso wichtig sei es manchmal zu fragen: Was kann ich noch, was will ich und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? 

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„Muttersein ist die wichtigere Berufung.“

Am Beispiel von vielen Frauen, die ihre Berufung neben dem Muttersein jeweils auf ihre Art bereits leben, will Pepper Frauen inspirieren und einladen, in sich hineinzuhorchen, „eigene Herzensthemen wahrzunehmen“, das, „was schon länger anklopft an meinem Herzen“, was Gott hineingelegt hat und dem auch Raum zu geben, „das Licht leuchten zu lassen“ in der Welt. Aus ihrer Erfahrung als Mentorin für junge Mütter weiß Pepper, die auch Moderatorin beim christlichen Radiosender „ERF“ ist, dass Frauen oft gern etwas tun wollten, ihnen aber der Mut zum entscheidenden ersten Schritt fehle. Andere würden Selbstzweifel und falsche Bescheidenheit plagen. 

Mit 18 Referenten sprach Pepper darüber, ob der Spagat zwischen Muttersein und weiteren Berufungen gelingen kann und wann er sinnvoll und gut ist. Was alle Rednerinnen verband: Muttersein ist die wichtigste Berufung. Das sagte auch Gudrun Kugler, die Muttersein mit der Politik verbindet.  Die Nationalrätin in Österreich und 4-fache Mutter schaffe das Pensum aus Abgeordnetentätigkeit und Mutterschaft mit straffer Organisation, Disziplin und Verzicht auf Treffen mit Freundinnen oder einen Filmabend —nicht gerade etwas, was Frauenherzen sich wünschen. Aber für sie sei Politik eine Herzensangelegenheit, ihre Berufung. „Wähle einen Job, den du liebst, und du wirst nie wieder arbeiten müssen“, zitierte sie Konfuzius und betonte zugleich: „Muttersein ist die wichtigere Berufung.“ Wenn sie nachmittags zu Hause bei ihren Kindern ist, dann sei sie dort voll und ganz. 
Genauso sieht es Sefora Nelson, eine der bekanntesten christlichen Sängerinnen Deutschlands.

Gott das Feld überlassen

Ihre Botschaft an alle Frauen: Sei „ganz präsent“ in dem Moment, den du gerade erlebst. Obwohl Nelson erfolgreiche Sängerin ist, war auch für sie klar: „Priorität haben die Ehe und die Kinder.“ Sie hatte zwei Jahre auf Gesang und Bühne verzichtet, um ganz für die kleinen Kinder da zu sein. Aber die einmal gefundene Berufung hat sie nie ganz aufgegeben und später wieder daran angeknüpft. Allerdings hatte sie sich zuerst lange gegen ihre Berufung als Sängerin gesträubt, sich für unfähig gehalten und unwohl gefühlt auf der Bühne.

Da waren Angst und Stolz, sagt sie heute. „Wenn Du über deine Berufung nachdenkst, hält dich oft etwas davon ab.“ Ihr Tipp: Gott das Feld überlassen und wie David beten: „Erforsche mein Herz. Schau, ob da irgendwas drinnen ist.“ Und dann vertrauen. Manchmal würden auch andere Menschen nachhelfen, Türen öffnen. Bei ihr war es der Ehemann, der auf einen Song-Contest aufmerksam geworden war: „Ich habe da was bekommen, das klingt wie du.“ Nelson sang, gewann und fand ihre Berufung. Die Balance zwischen Gesang und Muttersein findet sie im Gespräch mit Gott, gemeinsam mit ihrem Mann. „Man muss dann auch bereit sein, zu Anfragen Nein zu sagen“, sagte die Sängerin.

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Dass das nicht immer glatt geht, viel Kraft kostet und auch Gewissensbisse plagen können, („Bin ich genug für die Kinder da?“), davon weiß die Bloggerin und Podcasterin Heike Malisic zu berichten. Sie musste arbeiten, weil das Geld knapp war. Ihr kam das nicht ungelegen, denn sie engagierte sich gerne und wurde als 5-fach-Mutter auch Expertin für Ernährungs- und Gewichtsmanagement. Und doch hat sie lernen und erfahren dürfen, dass Mütter in erster Linie die Berufung hätten, „Mütter zu sein“. Wenn sie ungerecht und den Kindern gegenüber laut wurde, klopfte Gott an und habe ihr zu verstehen gegeben, dass sie Ruhe brauche, um mit Kraft und Freude in den familiären Alltag zu gehen. Ihr Rat: immer wieder auf Gottes Stimme hören und ihm die Zügel überlassen.

Wer sich Gott überlässt, findet seine Träume

Wer das tut, macht nicht selten die Erfahrung, dass Gott auch Träume erfüllt. So war es bei Merle und Oli. Das Business-Paar hatte nicht nur den Traum, irgendwo im Süden am Meer zu leben. Es spürte tatsächlich auch den Ruf, Deutschland zu verlassen und auf Zypern ein Online-Unternehmen zu gründen. Sie verkauften und verschenkten ihr gesamtes Hab und Gut, packten zwei Koffer, sprangen — und fielen in Gottes Hand, der ihnen nicht nur Türen öffnete; Merle und Oli fühlten sich sofort zu Hause. Seit vier Jahren leben sie jetzt nicht nur ihren Traum aus südländischem Flair und Meeresrauschen, sondern leben ihre Berufung, die Gott in sie hineingelegt hat. Mit dem Motto „Business und Bibel“ geben sie Unternehmern Starthilfe beim Aufbau eines Betriebes — und beziehen dabei Gott und sein Wort mit ein. Das sei laut der Kunden der Grund, warum sie sie aufsuchen würden, erzählt Oli.

Dieses Beispiel zeigt nicht nur, dass Gott es „mit Berufungen immer gut mit uns meint“, wie Beziehungscoach und Pastor Tobias Kron es am „Männerabend“ des Kongresses sagte. Es mache auch deutlich, dass es sich lohne, aus der eigenen Komfortzone herauszugehen, sich stretchen zu lassen — Ruhe und Gebet mit eingeschlossen. Es gehe darum, „immer mehr zu verstehen, was in dir steckt“, so Kron. Gott berufe jeden für etwas Großes, um die Welt positiv zu verändern. 

Gottes Ruf folgen trotz Unkenrufen

Für Maria Prean mussten dafür 60 Jahre ins Land gehen, bevor die Österreicherin den Ruf erkannte, dass sie als Missionarin nach Uganda gehen sollte. Sie wagte es, allen Unkenrufen zum Trotz. Und dann erfüllte sich ihr Kindheitstraum. Prean, die ihre Mutter mit sieben Jahren verloren hatte, sich zehn Kinder gewünscht, kein einziges bekommen hatte, ist in Uganda die „Mama Maria“. So „nennen mich bestimmt 40 000 Kinder“, erzählt Prean. Sie weiß: „Es braucht Gehorsam in den Situationen, in denen Gott dich braucht.“ Begeisterung allein genüge nicht. Es brauche 100-prozentige Hingabe. Dann würde man auch viele Überraschungen erleben. 

Prean spricht aus Erfahrung. Wie aus dem Nichts bekommt sie 65 Hektar Land geschenkt, auf dem sie Waisenhäuser und Schulen bauen und über 16 000 Waisen aufnehmen konnte. Mehr als 5 000 Kinder werden Dank ihres Einsatzes, ihres Glaubens und Gottvertrauens an 180 Schulen in Uganda, Kenia, Ruanda und Algerien unterrichtet und unterstützt. Und so weiß sie genau, wovon sie spricht, wenn sie über dieBerufung der Frau als geistige oder leibliche Mutter sagt: „Mütter sind geboren, um Leben zu schenken und aufzubauen und zu pflegen.“ Fehler zu machen, sei nicht schlimm. Denn, so Prean verschmitzt, „in der Uni Gottes gibt es kein Durchfallen. Nur ein Wiederholen“.

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