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Familien brauchen Verlässlichkeit

Kürzungen beim Elterngeld sind falsch, es muss angeglichen werden, schreibt der Präsident des Familienbundes der Katholiken in einem Gastbeitrag.
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Foto: IMAGO/OLIVER LANGEL, DÜSSELDORF. GERMANY (www.imago-images.de) | Kinder sind die Grundlage unseres Sozialstaats und unseres künftigen Wohlstands. Wer heute an Familien spart, gefährdet den Zusammenhalt, schreibt Ulrich Hoffmann.

Kinder zu bekommen ist eine der größten Entscheidungen im Leben. Sie verändern alles. Sie fordern, manchmal über die eigenen Grenzen hinaus, und zugleich bereichern sie unser Leben auf unvergleichliche Weise. In ihrem Dasein liegen Hoffnung, Kreativität und die Innovationskraft von morgen. Gerade deshalb müssen Kinder ins Zentrum unseres gesellschaftlichen Interesses rücken. Wer sich für ein Kind entscheidet, entscheidet sich nicht für einen Luxus, sondern für Verantwortung.

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Umso alarmierender ist es, dass wir es werdenden Eltern in einer ohnehin sensiblen Lebensphase zunehmend schwer machen. Die Lücke zwischen gewünschter Kinderzahl und tatsächlicher Realität zeigt deutlich, dass die Rahmenbedingungen nicht stimmen. Besonders unverständlich ist daher die Debatte um Kürzungen beim Elterngeld. Es ist keine beliebige Sozialleistung, sondern eine gezielte Unterstützung für Eltern. Es soll ihnen einen finanziellen Schonraum von mindestens einem Jahr eröffnen, Zeit für die Familie ermöglichen und verhindern, dass ein Kind zum Armutsrisiko wird.

Es braucht eine Politik, die Mut macht

Familien brauchen Verlässlichkeit. Wer heute über Kinder nachdenkt, schaut sehr genau auf die Rahmenbedingungen: steigende Mieten, fehlende Betreuungsplätze, unsichere Arbeitsverhältnisse. Wenn ausgerechnet beim Elterngeld zusätzlich gekürzt wird, sendet das ein fatales Signal. Es verunsichert und erschwert die Entscheidung für Kinder. Dabei wäre das Gegenteil notwendig. Das Elterngeld hat seit seiner Einführung für viele Eltern erheblich an Kaufkraft verloren. Besonders betroffen sind arme Familien. Damit das Mindestelterngeld von 300 Euro auch heute noch die notwendigsten Ausgaben für ein Kind abdeckt, müsste es auf mindestens 500 Euro steigen. Statt es endlich anzupassen, wird entgegen politischer Zusagen über Einsparungen diskutiert.

Kinder sind die Grundlage unseres Sozialstaats und unseres künftigen Wohlstands. Wer heute an Familien spart, gefährdet den Zusammenhalt. Deswegen brauchen wir eine Politik, die Mut macht: ein gestärktes Elterngeld, verlässliche Rahmenbedingungen und echte Partnerschaftlichkeit im Sinne von Wahlfreiheit und Flexibilität für beide Eltern. Vor allem aber brauchen Familien die Gewissheit: Auf dieses Land ist Verlass.

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Ulrich Hoffmann

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