Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar um "5 vor 12"

Ermutigung für Eltern

Was eine Studie über die Eltern-Kind-Beziehung aussagt, sollte Eltern bestärken: Sie können ihren Kindern inneren und äußeren Halt geben. In der Corona-Pandemie und im normalen Leben.
Eltern-Kind Beziehung  können ihren Kindern inneren und äußeren Halt geben
Foto: via imago-images.de (www.imago-images.de)

Wenn Eltern eine gute Beziehung zu ihren Kindern haben, kommen diese besser durch schwierige Zeiten. Das belegt eine neue Studie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) für die Corona-Pandemie. Die Eltern-Kind-Beziehung sei ein „wichtiger Resilienzfaktor“, der die negativen Auswirkungen der Pandemie sogar unabhängig von elterlichem Stress abschwäche, heißt es in der Studie. 

Diese Aussage ist deshalb so bemerkenswert, weil alle Eltern angesichts von geschlossenen Schulen und Kindergärten, Distanzunterricht, einem ständig wechselnden Regelwerk aus Lockdowns und Lockerungen sowie durch die parallel zur Betreuung der Kinder weiterhin in bester Qualität zu leistende berufliche Arbeit im Homeoffice ein äußerst hohes Stresslevel aufwiesen.

Die besondere Fähigkeit von Eltern

Die Studie der LMU nahm erstmalig sowohl kurzfristige als auch langfristige Auswirkungen des Auf- und Abs in der Pandemie auf die psychosoziale Gesundheit in den Blick. Von Frühling 2020, und damit dem ersten Lockdown, bis zum Ende des letzten Lockdowns im März 2021 untersuchte sie zu verschiedenen Messzeitpunkten emotionale Schwierigkeiten, Verhaltensprobleme und Hyperaktivität von Kindern, das Wohlbefinden der Familie als Ganzes, den Stress der Eltern und die Qualität der Beziehung zwischen Eltern und Kind. 

Für Mütter und Väter ist der Hinweis der Forscher auf die überragende Bedeutung der Eltern-Kind-Beziehung weitaus bedeutsamer als der medial hervorgehobene erschreckende, aber nicht wirklich überraschende Befund, dass die Corona-Pandemie die Familien langfristig belastet hat. Sie wissen, dass sie ihre Kinder nicht vor den Wechselfällen des Lebens bewahren können – nicht vor Schmerzen aller Art, Misserfolgen, Unfällen oder Jobverlust. Eltern können auch nicht den Kontakt zur Peer-Group ersetzen, der den Kindern in der Pandemie so sehr gefehlt hat, dass sich viele in der Schule mehr auf das soziale als auf das kognitive Lernen konzentrieren.

Aber als Mutter und Vater haben sie die Fähigkeit, gerade aufgrund ihrer engen Beziehung zu ihren Kindern an deren Seite zu stehen, mit ihnen durch die tiefen Täler zu gehen und ihnen so inneren und äußeren Halt zu geben. In der Corona-Pandemie und im ganz normalen Leben.

Wieso Eltern das so gut gelingt, bleibt in der Studie offen. Eine Erklärung findet sich in der Bibel, nämlich das „Band, das alles zusammenhält“. Die Liebe.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Cornelia Huber Covid-Pandemie Eltern-Kind-Beziehung Lockdown

Weitere Artikel

Die Pandemie hat sich negativ auf die Familie ausgewirkt, findet eine neue Studie heraus. Ein Resilienzfaktor ist eine gute Eltern-Kind-Beziehung.
10.05.2023, 10 Uhr
Meldung
Vier MEHR-Teilnehmer erzählen, warum sie die Glaubenskonferenz besuchen - und was sie davon mitnehmen.
05.01.2024, 07 Uhr

Kirche

Die Genderideologie lösche die Unterschiede zwischen Mann und Frau und damit die Menschheit aus, so Papst Franziskus.
01.03.2024, 16 Uhr
Meldung