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Ein Plädoyer für das Abenteuer Natur

Mit „Checker Tobi 3“ wirbt ein Kinoerfolg bei Kindern dafür, die Spielkonsolen beiseitezulegen, und erinnert Erwachsene an ihre kindliche Neugier. Ein Interview mit dem Hauptdarsteller Tobias Krell.
Checker Tobi 3
Foto: megaherz-gmbh | „Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde“ hat es auf Platz drei der Kinocharts geschafft und beweist, dass Bildung, gepaart mit Abenteuer, Witz und Wissen, für Jung und Alt attraktiv sein kann.

Der beliebte KiKA-Moderator Tobias Krell begeistert seit dem 8. Januar mit seinem neuesten dokumentarischen Abenteuerfilm „Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde“ erneut ein großes Kinopublikum und beweist, dass Bildung, gepaart mit Abenteuer, Witz und Wissen, sichtlich Spaß machen kann.

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Nach den ersten beiden Kinofilmen, „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ (2019) und „Checker Tobi 2 und die Reise zu den fliegenden Flüssen“ (2023), die zusammen über zwei Millionen Menschen deutschlandweit in die Kinos lockten, führt die Frage „Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich?“ Checker Tobi diesmal in die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars, tief in den Permafrostboden Spitzbergens und auf die Spuren der alten Maya nach Mexiko.

Die „Tagespost“ hat mit Tobias Krell gesprochen, der neben seinen drei „Checker Tobi“-Kinofilmen bereits seit 2013 als Checker Tobi fürs KiKA-Fernsehen aktiv ist und seitdem knapp 180 „Checker Tobi“-Folgen gedreht hat, inklusive der Folge 160, in der es explizit um den christlichen Glauben geht.

Sie gehen als Checker Tobi schon seit 13 Jahren vielen wichtigen Wissensfragen auf den Grund. Was hat den Forschergeist in Ihnen geweckt?

Ich war schon immer ein neugieriger und wissbegieriger Mensch. Wir alle kommen ja neugierig auf die Welt und wollen lernen. Das hat sich bei mir seit meiner frühesten Kindheit verfestigt. Ich bin so aufgewachsen, dass ich immer das Gefühl hatte, ich kann Fragen stellen und meine Eltern versuchen zumindest, sie mir zu beantworten. Ich bin jemand, der schon immer gerne mit offenen Augen durch unsere Welt gegangen ist. Ich wusste auch schon sehr früh, dass ich einmal Journalist werden will, und Journalisten machen ja nichts anderes, als die ganze Zeit Fragen zu stellen und offen zu sein, und das habe ich mir auch so erhalten.

Was ist es, das Sie heute noch an Forschung und Wissenschaft fasziniert?

Ich glaube, dass Wissen Macht bedeutet. Je besser sich Menschen mit bestimmten Themen auskennen und Wissen über die Dinge haben, desto mehr können sie sich eigenständig eine Meinung bilden und mündige Bürger sein. Meine Hauptzielgruppe sind vor allem Kinder und Jugendliche, deshalb verstehe ich meine Arbeit mit Blick auf diese Gruppe junger Menschen auch als Demokratiearbeit. Ich möchte, dass Kinder sich mit verschiedenen Themen auskennen. Denn es ist wichtig, Kinder nicht nur schlauer zu machen, sondern zu schauen, dass wir insgesamt als Gesellschaft kraftvoll und stabil bleiben, und dazu möchte ich meinen Beitrag leisten. Denn nur wer weiß, wie unsere Welt im Ganzen funktioniert und was sie zusammenhält, kann sie auch gestalten und bewahren! Deshalb ist die ansprechende und inspirierende Präsentation von Wissen für Kinder so wichtig, in jedem unserer TV-Checker-Formate und in den großen Kinoversionen.

Checker Tobi 3 Cast
Foto: megaherz_PhilippThurmaier | Checker Tobi: Tobias Krell; achtjähriger Tobi: Theodor Latta; achtjährige Marina: Lilou Jyoti Weerts; Checkerin Marina: Marina Blanke.

Neben den Kindern und Jugendlichen kann aber auch das erwachsene Publikum aus Ihren Wissensdokumentationen für sich etwas mitnehmen.

Ich glaube, dass sowohl Kinder wie auch Erwachsene schöne Bilder und spannende neue Welten entdecken können, die sie bisher so noch nicht kannten. Aber ich denke mal, dass während Kinder vor allem auf der Wissensebene unterwegs sind und die faszinierende Vielfalt unserer Welt kennenlernen, es für die Erwachsenen einen Bereich gibt, der sich auf einer Metaebene abspielt, wo man sich mit zunehmendem Alter die Fragen stellt: Was heißt es eigentlich, erwachsen zu werden und seine Kindheit hinter sich zu lassen? Vergessen wir nicht allzu oft die Träume unserer Kindheit? Muss man automatisch langweilig werden, wenn man erwachsen wird, oder kann man sich auch etwas Kindliches bewahren? Das versuchen wir in „Checker Tobi 3“ mit meinem achtjährigen Ich, dem kleinen Tobi, ein bisschen zu personifizieren, um den Erwachsenen diese Metaebene der Selbstreflexion mitzugeben. Ich hoffe jedenfalls, dass die einen oder anderen damit etwas anfangen können. Zudem gibt es in unserem Film auch einige Referenzen, die vor allem das erwachsene Publikum ansprechen werden, wie etwa einen Verweis auf Indiana Jones. Ich würde mich freuen, wenn Kinder und Erwachsene im Film gleichermaßen Dinge finden, mit denen sie sich identifizieren können. Denn das ist natürlich die Hoffnung bei einem Film, in dem es neben der Schönheit und der Fragilität der Erde und den magischen Kräften des Bodens um die Themen Kindheit und Erwachsensein geht.

Wie kann man es auch heutzutage noch schaffen, komplexes Wissen kindgerecht zu vermitteln?

Wenn ich den Kindern nur vorspielen würde, dass ich neugierig bin, dann würden sie das sofort merken. Das würde zu Recht nicht funktionieren. Es geht also immer darum, dass man wirklich und ehrlich für diese Zielgruppe losgeht und versucht, relevantes Wissen für sie zu erlangen, und wenn sie dann mitbekommen, dass unser Interesse wirklich ernst gemeint ist, dann ist es hoffentlich ansteckend.

Nach „Wasser“ und „Luft“ in den ersten beiden Checker-Tobi-Filmen widmet sich Checker Tobi 3 diesmal dem Element „Erde“. Was bedeutet Ihnen die Erde persönlich?

Durch die Arbeit an unserem Film habe ich sehr viel Neues dazugelernt. Ich bin jetzt ein riesiger Fan von diesem Wunderwerk unter unseren Füßen! Die Erde in unseren Böden schenkt uns Nahrung, sie schafft es, sich selbst zu regenerieren, und sie speichert Vergangenes ebenso, wie sie Zukunft schafft. Das ist beeindruckend!

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Werden Sie sich folgerichtig als Nächstes dann auch noch dem Element „Feuer“ widmen?

Die „Feuer“-Thematik ist tatsächlich schon mit „Feuereifer“ in Arbeit. Aber es wird diesmal der erste „Checkerin Marina“-Film werden. Ich werde darin zwar auch eine Rolle spielen, aber ich reise nicht mehr mit. Die große dokumentarische Abenteuerreise macht Marina diesmal alleine. Es wird im vierten Teil mal Zeit, andere Wege zu beschreiten. 


Der Autor ist Pfarrer im Erzbistum Köln und schreibt über Filme, Serien sowie popkulturelle Phänomene.

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