Bei den Begriffen Eugenik und Euthanasie denken die meisten wohl zuerst an die Nazi-Zeit. Kaum bekannt aber ist, dass es diese Ideen schon im Kaiserreich und in der Weimarer Republik gab. „Es war eine moderne Spielart der praktischen Psychiatrie. Es hat sehr viele Leute fasziniert“, sagt der evangelische Theologe Jochen-Christoph Kaiser, zuletzt Professor für Kirchliche Zeitgeschichte, historische Frauenforschung und Diakoniegeschichte am Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg.
„Deine Kinder müssen ungeboren bleiben"
Auch schon vor Beginn des NS-Regimes wurde über Eugenik und Euthanasie diskutiert, auch in Gremien der evangelischen Kirche: Vor 95 Jahren gründete sich der Eugenische Ausschuss der Inneren Mission.
