Altdeutsche Ortschaften und Rebhänge, die zu schaurig-schönen Burgruinen steil aufsteigen, säumen die Ufer des Mittelrheins. Dichter, Maler und Musiker kamen Anfang des 19. Jahrhunderts hierher, um die inneren Bilder ihrer Sehnsucht nach einer gemütvoll, edel und kühn vorgestellten mittelalterlichen Vergangenheit wiederzufinden. Unter ihnen Lord Byron und Clemens Brentano, die ihre Eindrücke in Dichtungen festhielten, William Turner, die Landschaft malend, und Victor Hugo, der eine „Rheinreise“ verfasste. Auch Komponisten wie Franz Liszt, der drei Sommer auf der Rheininsel Nonnenwerth verbrachte, ließen sich von rheinromantischen Motiven inspirieren.
Wenn Zeitgeist zum Ungeist wird
Die Wernerkapelle von Bacharach erinnert heute als Gedenkort daran, dass dieses so gut zur Rheinromantik passende Bauwerk aus dem Wahn des Antijudaismus erschaffen wurde.
