Bordats Bistro

Warum wir nicht Weltmeister werden

Vielleicht ist unsere Nationalhymne einfach nicht martialisch genug, damit es für den Titel reicht.
KINA - Der Weg ins Finale
Foto: Christian Charisius (dpa) | Das Objekt der Begierde zum Lohn für den Sieger. Der WM-Pokal.

Wenn „wir“ diesmal wieder nicht Weltmeister werden (es geht um Fußball), weiß ich jetzt schon, woran es gelegen haben wird. Denn: Wir haben schon vor Spielbeginn verloren. Wenn die Nationalhymnen erklingen. Da ist beim Gegner regelmäßig von der Treue bis in den Tod die Rede, vom blutigen Kampf, vom blutigen Kampf bis in den Tod und von der zu rettenden Königin oder dem König. God save the Kwingx – gendergerecht.

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Die Krux mit dem Unterpfand

Und bei uns? Irgendwas mit „Unterpfand“. Unterstand kenne ich: Damit das Fahrrad nicht nass wird, wenn es regnet. Pfand auch – der Automat, der immer vom Personal geleert werden muss, wenn ich dran bin. Aber Unterpfand? Darüber müssen dann die Spieler auch immer nachdenken und vergessen bei der ganzen Grübelei das variantenreiche Spiel nach vorn, das aggressive Forechecking und das Erarbeiten von Torchancen aus Standardsituationen. Und verlieren dann 0:3 gegen West-Samoa. Oder Spanien. Die haben es übrigens gut: Ihre Hymne hat keinen Text. Nichts zum Grübeln. Nur Tiki-Taka. So klappt's dann auch mit dem Titel.

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