Glosse

Im Namen der Straße

Ein neues Berliner Großprojekt, diesmal auf dem „PC“-Sektor: Jetzt werden Straßen umbenannt.
Straßenschild "Sonnenallee"
| Wird es bald nur noch Straßenschilder mit „unverfänglichen“ Namen geben?

So. Der Flughafen ist fertig. Doch schon läuft in Berlin ein neues Großprojekt: die Umbenennungen von Straßen. Finde ich gut. Ich meine, war wirklich an der Zeit, mal alle Straßen auf Diskiminierungsfreiheit zu prüfen. Also, deren Namen. Andererseits: Wenn man einmal anfängt, bleibt kaum was übrig.

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Die Martin-Luther-Straße etwa soll nach dem Willen einiger umbenannt werden. Der Reformator habe „in seiner Zeit“ für ausgebeutete Menschen, Minderheiten und Frauen „eine sehr negative Rolle“ gespielt. Über die Goethestraße und den Richard-Wagner-Platz (beide Antisemitismus) brauchen wir gar nicht reden. Auch nicht über die Schopenhauerstraße.

Das Weib

Ein Zitat vom Namensgeber: „Schon der Anblick der weiblichen Gestalt lehrt, dass das Weib weder zu großen geistigen, noch körperlichen Arbeiten bestimmt ist. Es trägt die Schuld des Lebens nicht durch Thun, sondern durch Leiden ab, durch die Wehen der Geburt, die Sorgfalt für das Kind, die Unterwürfigkeit unter den Mann, dem es eine geduldige und aufheiternde Gefährtin seyn soll“. Im Namen der Straße, Arthur – Du bist in der Sackgasse!

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