Tagesposting

Ernsthaft? Fasten für Greta?

CO2-Fußabdruck verringern, Fleischfasten gegen Tierhaltung, Gendersprech - all diese Themen werden in und aus den Kirchen thematisiert und transportiert. „Zeitgeistliche“ biedern sich der Welt an. Peter Hahne schwillt der Kamm.
Wüste
Foto: Eibner Pressefoto/Michael Memmler, imago-images | Die Frohe Botschaft, sollen die Kirchen verkünden, für die Menschen da sein, sie auf die Ewigkeit vorbereiten. Stattdessen verkommen Lehre und Verkündigung mehr und mehr zu einer Wüstung weltlich-politischer Themen.

Ich schwöre es: ich wollte diesmal nur Positives schreiben. Wirklich! Und zwar dass es wichtig ist, dass Christen in den säkularen Internet-Foren präsent sind mit der Botschaft des Evangeliums. Auch Leserbriefe in der Presse sind eine einzigartige Chance, der frohen Botschaft Raum zu geben. Wo Kirchen fast nur noch mit Politik, Skandalen oder Schiffen präsent sind. Doch dann kam das, was den letzten Satz leider mehr als bestätigt. Ich war gleich auf 180. Ein Kollege mailte mir zwei Meldungen von Mittwoch mit dem bezeichnenden Zwei-Wörter-Zusatz: „Dein Verein!“

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Ich weiß auch nicht, womit ich das verdient habe, dauernd mit der Institution(!) Kirche identifiziert zu werden. Nun gut. Die eine stammt aus dem Münchner Merkur: „Wirbel um Münchner Erzbistum wegen Gender-Stern in Bistums-Tweet: Nutzer drohen mit Kirchenaustritt?“. Nein, unter katholisch stelle auch ich mir etwas anderes vor, aber nicht das Wort „Kirchenmusiker*innen“.

Es hatte mir schon gereicht, dass die sogenannte „Katholische Studierende(!) Jugend“ das Gender-Wort „Gott*“ einführen will. Früher hatten wir Sternsinger (einen sogar schwarz geschminkt), heute den Gender-Stern. Na prima. Das Schlimmste ist jedoch die klerikale Klärung des Sterns von München: „Unsere Frage lautet: Wollen wir als Kirche Menschen ausgrenzen? Die Antwort ist: Nein, denn wir sind für alle Menschen da..... Unsere Sprache soll wertschätzend sein.“

„Hier wollen sich Zeitgeistliche anbiedern“

Das heißt zu deutsch: der Originaltext der Bibel, der Liebesbrief Gottes an seine Kinder, ist also nicht wertschätzend. Was, bitteschön, ist an diesem Deppenapostroph in kreisförmiger Anordnung wertschätzend? Ich wüsste andere Wege, um Frauen wert zu schätzen. Und was ist mit den andern 798 Geschlechtern?

Nein, hier wollen sich Zeitgeistliche anbiedern. Sprache muss lesbar und vor allem sprechbar bleiben. Und frei von Ideologie oder Sexualisierung. Mit solchem Allotria macht man sich lächerlich und spaltet. Das Allerletzte, was die Kirchen in Zeiten der Massenaustritte brauchen. Nutzt lieber die Fastenzeit zu Gebet und Stille, zu Kontemplation und Meditation. Und da wären wir bei Meldung Nummer zwei: Für vier (Erz-)Bistümer und gleich elf evangelische Landeskirchen heißt die Fasten-Aktion dieses Jahr: Klimafasten.

Überdrüssig: Hobbypolitiker auf der Kanzel

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Jede Woche ein Klerikal-Impuls der Zeitgeistlichen: Vegetarische Ernährung, Nutzung digitaler Medien, Energie sparen oder der „Wasserfußabdruck.“ Für sie ist der Kern der Passionszeit die Botschaft: „Weniger ist mehr.“ Früher fasteten wir für Gott, heute für Greta. Mitten in Corona-Zeiten, wo das heilsame Evangelium von Jesus Christus bitter nötig wäre. Ich bin diese Hobbypolitiker auf den Kanzeln leid! Kirche verkommt zu einer belanglosen NGO. Als wäre sie die Barmer Ersatzkasse oder Greenpeace sucht sie das Heil, wo es nicht zu finden ist. Blinde Blindenleiter in einer dunklen Welt voller Angst und Verzweiflung. Kyrie eleison! Ach, und während ich das schreibe, teilt die Evangelische Kirche Berlins mit, dass in der Fastenzeit „die täglichen Bibeltexte (Losungen) in geschlechtergerechter Sprache“ erscheinen. Mein armer Blutdruck!

 

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