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Die große PR-Show von Uns Greta

Greta Thunbergs Rede beim UN-Klimagipfel
Foto: Jason Decrow (FR103966 AP) | Greta Thunbergs tränenreicher Auftritt beim UN-Klimagipfel bleibt in Erinnerung. Von sich darin ausdrückender prophetischer Wut sprechen die einen, von quasi-sowjetischem Totalitarismus die anderen.

Die Rede von Uns Greta bei der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in New York klingt immer noch nach. Ein beeindruckender Auftritt der jungen schwedischen Öko-Aktivistin, zweifellos. Sie las 60 Regierungschefs, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit deutlichen Worten die Leviten. „Wie könnt ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit euren leeren Worten?“, rief Fräulein Thunberg in den Saal und das Auditorium klatschte laut.

Ein großes Nachrichtenmedium in Deutschland fragte diese Woche einen Psychologen, wie die harsche Ablehnung Greta Thunbergs von vielen Menschen im Internet zu erklären sei. Interessanter wäre es, zu fragen, wie es zu erklären ist, dass verantwortliche Politiker, denen eine Drama-Darstellerin vorwirft, dass sie über viele Jahre in der Umweltpolitik komplett versagt haben, dann dafür lauten Applaus spenden.

Greta Thunberg ist ein beeindruckendes Mädchen, zweifellos. Aber sie ist ein Produkt. Sie wird gecoacht, sie spielt virtuos auf der Klaviatur der modernen Medienwelt. Glaubt jemand ernsthaft, ihre emotionale Rede in New York sei spontan gewesen, aus dem Herzen sozusagen? Da hat jemand intensiv geübt, viele Male, und dann ging es hinaus vor die Kameras auf die große Weltbühne, Scheinwerfer an!

Niemand sonst in diesem Alter surft auf der Öko-Mainstreamwelle wie dieses Mädchen. Kinder auf der ganzen Welt orientieren sich an ihr, schwänzen Schule für das Weltklima, befeuert von ihren Lehrern und oftmals von ihren stolzen Eltern, die manchmal bei Demos die Mehrheit zu sein scheinen. Woodstock für Greta allerorten. Als Medienmensch schwankt man zwischen Fassungslosigkeit und Anerkennung. Die junge Schwedin dreht ein großes Rad.

Ihre Eltern haben ein Buch herausgebracht, das sich zumindest in Skandinavien bestens verkauft. Gretas Atlantiküberquerung auf einer (Luxus-)Segelyacht war eine PR-Show, die Maßstäbe gesetzt hat. Haben Sie das Foto in Hochglanzmagazinen gesehen, wo zwei aus dem Wasser springende Delfine Gretas Boot eskortieren? Gut möglich, dass die Flippers anschließend ein paar Marshmallows von den Kameraleuten zugeworfen bekommen haben. Und das ganze Kamerateam flog nach dem Dreh von New York wieder zurück nach Europa – ich würde wetten, Business Class. Alles für das Klima, für das große Gute, die Rettung unseres Planeten.

Besonders deutsche Politiker reiben sich die Hände, wenn sie nur daran denken, was für schöne Steuern man zukünftig mit dem Klimahype von den Bürgern einsammeln kann. Spötter unken im Netz, mit den Einnahmen könne man vielleicht ein paar weitere Flüchtlingsströme aus Nordafrika für ein paar Jahre finanzieren. Bundesinnenminister Horst Seehofer reibt sich die Hände, denn er hat ja angekündigt, Deutschland werde ein Viertel aller „Flüchtlinge“, die jetzt Europa erreichen, in unserem Land aufnehmen. Da hilft ein bisschen frisches Geld ungemein. Und die deutschen Grünen haben so viele neue gute Ideen, was man alles verbieten kann. Win-Win – alle haben etwas davon, außer dem Klima. Ach ja, kommende Woche retten wir dann den Weltfrieden.

 

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