Berlin

Tagesposting: Das bischöfliche Bullerbü

Die Bischöfe Marx und Bedford-Strohm scheinen in einer Parallelwelt zu leben. Nur so erklärt sich der verstellte Blick auf die Willkommenskultur und die gescheiterte Integration von Migranten.
Kardinal Reinhard Marx und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm
Foto: dpa | Das bischöfliche Bullerbü dieser beiden Kirchenmänner, findet Peter Hahne, ist das Idyll einer Welt, die wenig mit Realität zu tun hat.

Naivität ist die kleine Schwester der Dummheit. Das ist das Mindeste, was man nach der Merkel-Weihestunde unserer Oberhirten sagen kann, die in Wahrheit eine Märchenstunde war. Ein ganzes KNA-Doppelinterview verbrachten Reinhard Kardinal Marx und sein protestantisches Pendant Bedford-Strohm damit, die Welt zu sehen, „wie sie uns gefällt“.

Idyll ohne Realität

Das bischöfliche Bullerbü ist das Idyll einer Welt, die wenig mit Realität zu tun hat. Anlass: fünf Jahre „Willkommenskultur“. Ein Loblied auf die Grenzen sprengende Kanzlerin. Es sei doch alles so großartig gelaufen, fast die Hälfte der Flüchtlinge seien in Lohn und Brot und bestens integriert. Ja, die Heilige Angela habe recht behalten: „Wir schaffen das!“ Dass just zu diesem Zeitpunkt Scharen der „Schutzsuchenden“ (wie ich es bei Recherchen an den Grenzen selbst erlebt habe: viele junge, kräftige Männer und kaum Frauen und Kinder) gerade in Stuttgart und Frankfurt Polizeibeamte krankenhausreif geschlagen und ganze Stadtviertel zerstört haben — so what!

Mehr Morde

Lesen Sie auch:

Dass just in diesem Augenblick die offizielle Kriminalstatistik auswies (Bundestagsdrucksache 19/21055 vom 14.7.20), dass dieses „Klientel“ vergleichsweise fünfmal soviel Morde und Vergewaltigungsverbrechen begeht als die (im wahrsten Wortsinn) Restbevölkerung. Der Berliner Senat bestätigt diese Woche: Jeden Tag zwei Vergewaltigungen in Berlin, die Hälfte der Täter Ausländer. Kein Sterbenswörtchen zu diesen lebensbedrohlichen Tatsachen. Auch keins dazu, dass gerade mehr als 10 000 (!) Berliner Familien verzweifelt ihre Kinder ummelden, weil sie das kirchliche Steckenpferd von Integration und Inklusion an den Schulen nicht länger ertragen.

Parallelwelt-Klerus

Stattdessen, und das setzt der Bullerbü-Ideologie unseres Parallelwelt-Klerus die Krone auf: ein Loblied auf das EKD-Schiff, das in diesem Monat damit beginnt, „die Ärmsten der Armen“ aus dem Mittelmeer zu fischen. Naiv bis zur Schmerzgrenze! Denn diese von Schlepperbanden organisierte Flucht kann sich doch nur der afrikanische Mittelstand leisten, der nun in den Heimatländern fehlt. Ähnlich wie das Rühmen von Ärzten und Facharbeitern, die (laut Merkel-Marx-Lyrik) aus Syrien und Afghanistan zu uns strömen. Gott sei Dank eine Fata Morgana. Denn wäre es so, es wäre ein Akt der Inhumanität gegenüber allen, die in ihrer Heimat bleiben.

Alles ausgeblendet

Vor allem den wenigen Christen. Keine Ärzte mehr, keine Wirtschaft, kein Leben. Alles ausgeblendet vom Bullerbü-Duo. Stattdessen der (Selbst-)Ruhm, durch Migrationsjubel und Reedereibetrieb seien viele in die Kirche eingetreten. Komisch: Ich sehe nur das Gegenteil, und die Statistiken auch. Nein, wer so etwas verbreitet, verkauft andere bewusst für dumm und ist nicht naiv, sondern gezielt manipulativ. Kein Wunder, dass selbst die Süddeutsche Zeitung am 31. Juli in ihrer Titel-Schlagzeile klagt: „Wo seid ihr? Von einer Kirche, die gerade jetzt wenig zu sagen hat.“ Von der Kardinaltugend Klugheit ist Kirche weit entfernt, jedenfalls in ihrer Spitze. Das heißt nämlich: maßvolle Entscheidungen aus der Gesamtsicht der Dinge fällen. Und nicht aus Bullerbü mit dem ideologischen Blickwinkel der Selbstbeweihräucherung. 


Der Autor ist TV-Moderator und Bestseller-Autor.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Weitere Artikel
Die fünf Jahre Willkommenskultur sind Grund für ein Resümee. Die Bischöfe zogen positive Bilanz. Der Bestseller-Autor Peter Hahne nennt das eine Merkel-Weihestunde.
03.08.2020, 18  Uhr
Redaktion
Themen & Autoren
Peter Hahne Bischöfe Christen Heinrich Bedford-Strohm Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Peter Hahne Reinhard Marx

Kirche

Auch für die Ukraine kann man das Undenkbare denken. Die Liturgie und der Papst, der Umbau der Gesellschaft und eine Philosophie des Weines finden sich in der neuen Ausgabe der Tagespost.
06.07.2022, 17 Uhr
Redaktion
Eine Franziskanerinnenkongregation aus Kamerun ist bereit, ins Berliner Kloster St. Gabriel einzuziehen. Dadurch würde die Umwidmung der Anlage für säkulare Zwecke verhindert.
06.07.2022, 14 Uhr
Vorabmeldung
Der heilige Anselm von Canterbury (1033–1109 wollte die Vernünftigkeit des Glaubens der Kirche erweisen. 
06.07.2022, 07 Uhr
Marius Menke
Der vom Synodalem Weg geplante Synodale Rat stößt auf dezidierte Kritik. Laut Kardinal Kasper zerstört ein solches Gremium die Struktur, „die Christus für seine Kirche gewollt hat“.  
05.07.2022, 10 Uhr
Dorothea Schmidt