Ungeschminkt

Opium für das Volk – Kiffen für Alle

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz schien abgetaucht zu sein. Dafür blühten Spekulationen um die zukünftigen Minister.
Hanfplantage
Foto: Polizeidirektion Dresden | Künftig muss sich kaum noch jemand Hanf illegal anbauen und einen Besuch der Polizei fürchten: SPD, FDP und Bündnis90/die Grünen legalisieren den Konsum und Handel.

Nach „Ehe für Alle“ folgt gerade „Drogen für Alle“, und angesichts der durchgesickerten Liste des möglichen Kabinetts der neuen Ampelkoalition macht es dann plötzlich erschreckend viel Sinn, wenn die künftige Regierungskoalition verlauten lässt, dass man den Cannabiskonsum des Volkes gleichzeitig zu legalisieren plane.

Kiffen für Alle also als Leckerchen – das Belohnungssystem ist schließlich bewährte Methode nicht nur bei der Erziehung von Kindern, sondern auch bei der Dressur von Tieren. Ähnlich wie die Thüringer Bratwurst als essbares Fleißkärtchen für das Corona-Impfen ausgehändigt wurde und „Freibier für Alle“ nicht nur in bayrischen Wahlkämpfen politische Durchschlagskraft entwickelt.

„Im Rausch lässt sich natürlich leichter verdrängen, dass etwa eine Annalena Baerbock
als potenzielle neue Außenministerin nicht nur ins Ausland reisen wird, um zu frühstücken,
sondern auch, um von den Herren Präsidenten wie Putin oder Orban verfrühstückt zu werden“

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Man muss das Volk angesichts der möglichen Minister und natürlich auch der „*Innen“ offenbar präventiv besänftigen und mit anderweitigen Themen beschäftigen. Es drängt sich allerhöchstens die Frage auf: Werden ein paar Joints ausreichen, um dem Volk zu vernebeln, was in den kommenden Jahren auf die Gesellschaft zurollt? Im Rausch lässt sich natürlich leichter verdrängen, dass etwa eine Annalena Baerbock als potenzielle neue Außenministerin nicht nur ins Ausland reisen wird, um zu frühstücken, sondern auch, um von den Herren Präsidenten wie Putin oder Orban verfrühstückt zu werden.

Gut, Karl Lauterbach hätte nun wirklich mehr verdient, anstatt von seiner Partei so ausgebootet zu werden! Seit 20 Monaten tingelt er Dank Corona unermüdlich in einer Art Dauerbewerbung für das Amt des Gesundheitsministers durch deutsche Fernsehsender und nun soll angeblich Parteikollegin Petra Köpping den heißen Ministerstuhl erhalten oder doch der FDP-Vize Michael Theurer.

Ausgerechnet: ein Lastenradfahrer als Verkehrsminister!

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Dass mit Anton Hofreiter ausgerechnet die grünen Lastenfahrradfahrer jetzt Verkehr und Mobilität regeln sollen, lässt für Autofahrer nichts Gutes ahnen. Zumal die Grünen zusätzlich für Robert Habeck ein Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energiewende und Transformation planen, dazu ein Umwelt- und Naturschutzministerium mit Steffi Lemke. Vielleicht sollte man vorsorglich jetzt noch einmal tanken gehen und den alten Kanister in der Garage auffüllen.

Künftig leistet sich Deutschland dann mit Habeck und Lindner gleich zwei Vizekanzler, was wahrscheinlich deswegen gut ist, weil Olaf Scholz zwar Kanzler mit Richtlinienkompetenz werden soll, aber untergetaucht scheint, sodass selbst die „Hamburger Morgenpost“ mitten in die Koalitionsverhandlungen heute besorgt „Vermisst! Wer hat Olaf Scholz (63) gesehen?“ titelt. Schlimmer noch als die Liste der Namenlosen, die offenbar noch bei der SPD nach Proporz (Frauenanteil, Bundesländer) versorgt werden müssen, sind die Namen jener Realpolitiker, die auf den Kabinettslisten fehlen: Die Grünen verzichten ernsthaft darauf, Cem Özdemir einzuspannen, der weit ins bürgerliche Lager verbinden könnte, die FDP hält Wolfgang Kubicki fern, der Ähnliches vollbrächte.

Allein Marie-Agnes Strack-Zimmermann als FDP-Verteidigungsministerin lässt hoffen, dass diesmal eine Frau mit Ahnung das Amt übernimmt, um hinter der Misere von „Flinten-Uschi“ von der Leyen und der farblosen Annegret Kramp-Karrenbauer hinterher zu räumen.

Das Volk ist zu erschöpft, um zu verstehen, was passiert

Karl Marx mokierte sinngemäß, dass Religion nur ein Substitut für ein nicht erworbenes oder wieder verlorenes Selbstwertgefühl des Menschen sei: „Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur. Sie ist das Opium des Volks.“ Folgt man Marx, braucht der Mensch immer ein Mittel, um dem Elend der Welt und des Daseins zu entfliehen und seine Illusionen einer besseren Welt zu pflegen. Der Hunger nach „Opium“ ist geblieben. Doch in Zeiten ausblutender Kirchen, in denen Glaube derzeit schneller zerbröselt als die anrollenden Weihnachtskekse, regieren Ersatzreligionen wie etwa eine Klima- oder Genderbewegung. Die Rolle der drohenden Apokalypse wird zuverlässiger von der Corona-Politik vermittelt. Die Vermeidung der Klima-Sünde und das Halten der heiligen Corona-Gebote zahlen mehr auf das Seelenheil ein als gelebtes Christentum. Und das Volk ist vielleicht sowieso schon zu müde, um überhaupt noch zu begreifen, dass es gerade sediert wird.

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