Ein fröhlicher Narr flankiert einen der Psalmen. Er tanzt auf einer farbenfrohen Blumenranke, die aus der Umrahmung des feierlichen Texts erwächst. Einige Seiten weiter lässt sich am unteren Rand des Textes ein Vogel in einer Schubkarre umherfahren. Zu einem anderen Gebet gesellt sich ein Paar und scheint sich neckisch um einen Ball zu balgen. So geht es über 900 Seiten, denn das hier erwähnte Psalter-Brevier aus dem Jahre 1300 ist ein besonders prächtiges Beispiel für die zu dieser Zeit praktizierte Ausgestaltung von Gebetbüchern.
Museumsreif im Karneval: Beten mit Humor
Das „finstere Mittelalter“ war voll des heiter-bunten Lebens – auch in der Buchmalerei.
