Bevor Wolfram Weimer als Staatsminister ins Kanzleramt einzog und seither dort für die Kultur und Medien zuständig ist, war der 61-Jährige einer der Top-Journalisten des Landes. Seine spezielle Eigenschaft: eine bürgerliche Grundhaltung, konservativ der Blick auf die Gesellschaft, ansonsten wirtschaftsliberal. Da so eine Grundierung in der deutschen Medienszene zunehmend exotisch geworden ist, war Weimer in den vergangenen Jahren zum beliebten Talkshow-Gast geworden, um dieses Spektrum zu repräsentieren. Er profitierte von seinem Renommee als Gründer des Magazins „Cicero“ und Chefredakteur von „Welt“ und „Focus“. Und den Journalisten Weimer zeichnete noch ein Talent aus: Er war thesenfreudig.
Spricht der Minister jetzt anders?
Als Wolfram Weimer Minister wurde, erhofften sich Konservative viel. Der gelernte Journalist bemühte sich auch, aber der Erfolg war mäßig. Jetzt hat er seinen Sprecher ausgetauscht.
