Düsseldorf

Jugendschutz: Verfahren gegen Porno-Portale

Betreiber pornografischer Webseiten sollen zur Einhaltung der Jugendschutz-Standards verpflichtet werden, fordert die Landesmedienanstalt NRW.
Offensive gegen Porno-Portale
Foto: Paulus N. Rusyanto | Pornografie ist oft nur ein paar Klicks von harmlosen Inhalten entfernt - auch für Kinder und Jugendliche. Das muss sich ändern, fordert die Landesanstalt für Medien NRW.

Die Landesanstalt für Medien NRW will die Betreiber von pornografischen Webseiten zur Einhaltung bestimmter Jugendschutz-Standards verpflichten. Da pornografische Webseiten häufig frei zugänglich sind, können auch Kinder und Jugendliche auf die Inhalte zugreifen. Darin sieht die Medienanstalt einen Verstoß gegen den deutschen Jugendmedienschutz und hat daher mehrere Verfahren gegen einzelne Betreiber pornografischer Webseiten eingeleitet.

Die mobile Nutzung des Internets habe zu einer wesentlichen Verschärfung des Problems beigetragen, erklärt der Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, Tobias Schmid, gegenüber der „Tagespost“. „Das Nutzungsverhalten von Jugendlichen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. 97 Prozent der Jugendlichen besitzen heute ein Smartphone.“ Für Eltern sei es so erheblich schwerer zu überblicken, welche Inhalte ihre Kinder konsumieren, als noch vor einigen Jahren. Die Medienanstalt will daher durchsetzen, dass pornografische Inhalte „nur in geschlossenen Nutzergruppen, mit einer vorherigen Altersverifikation“ verbreitet werden dürfen. „Die Systeme müssen gewährleisten, dass Kindern und Jugendlichen der Zugang zu diesen Gruppen üblicherweise verwehrt bleibt. Solche Systeme müssen festgelegte Standards erfüllen, die von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) vorgeschrieben sind“, so Schmid.

„Wir werden uns hier
am Ende durchsetzen“
Tobias Schmid,
Direktor der Landesmedienanstalt NRW

Die Anbieter, die ihren Sitz in Deutschland haben, hielten sich in aller Regel an die gesetzlichen Vorgaben. Die Betreiber der auch in Deutschland reichweitenstärksten Portale sitzen jedoch im Ausland. „Wegen der wesentlich komplizierteren und langwierigeren Verfahrensschritte“ mache das die Durchsetzung der Jugendschutz-Standards schwieriger. Ein Grund, den Jugendschutz nicht auch bei diesen Anbietern konsequent einzufordern, könne dies aber nicht sein, meint Direktor Schmid. „Wir werden uns hier am Ende durchsetzen.“ Anbietern, die sich auch weiterhin nicht an die Standards halten, droht laut Medienanstalt „in letzter Konsequenz die vollständige Sperrung ihrer pornografischen Angebote in Deutschland“.

Unterstützt wird die Offensive der nordrhein-westfälischen Landesanstalt für Medien auch von anderen Bundesländern. Man handele hier „nicht im Alleingang, sondern gewissermaßen im Auftrag der KJM“, so Schmid.

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Annalia Machuy

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