Würzburg

Internationale Zeitschriftenschau vom 02.09.20

Neues Werk von Kardinal Sarah über die eheliche Liebe - Liberale trauen sich mehr als Konservative - Frankreich: Neuer Titel für Agatha Christies Roman - Das "Schockbuch" über das Eindringen des Islam in die Schule

Neues Werk von Kardinal Sarah über die eheliche Liebe

Das französische katholische Magazin La Nef empfiehlt ein neues Buch von Kardinal Robert Sarah. „Couples réveillez votre amour!“ ist aus Exerzitien hervorgegangen, die der Präfekt der Gottesdienstkongregation im Mai 2019 vor Eheleuten predigte. Die Texte des Büchleins zielen darauf ab, die Quellen der ehelichen Liebe wieder neu zu entdecken. Für Sarah werde das authentische Eheleben durch das Gebet belebt und ganz besonders durch die heilige Messe. So sei das eucharistische Opfer die Quelle der Einheit der christlichen Ehepaare. Nach dem Abbild der Barmherzigkeit Gottes „ist die Vergebung lebenswichtig angesichts der unvermeidlichen Verletzungen, die sich in den Familien ereignen“, stellt der Rezensent fest. Und „da Christus treu ist, kann die Ehe nur unauflöslich sein“.

Entgegen den zuweilen rosigen Vorstellungen, die man in katholischen Zeitschriften mitunter finde, sei sich Kardinal Sarah „der Herausforderungen voll bewusst, mit denen die christlichen Eheleute in einer debattierenden Welt leben: ,Die Entscheidungsschlacht zwischen Gott und der Herrschaft Satans betrifft die Ehe und die Familie‘.“ Der „,Goliath der finanziellen und medialen Mächte‘ führt ,einen frontalen Kampf‘: die Förderung der Genderideologie durch die UNO und andere internationale Institutionen, pornographische Sendungen, die Banalisierung der Abtreibung, die Umwandlung des Leibes in ein Handelsobjekt und so weiter“.

Doch eine „gewisse Anzahl an Bischöfen“ lasse sich von diesem Geist der Welt – von diesem „totalen, radikalen und absoluten Nihilismus, der den Tod der Menschheit einläutet“ –  in die Pflicht nehmen. Den spirituellen Kampf zu führen, sei eine Art Martyrium, doch die christlichen Eheleute müssten sich jetzt diesen Abwegen dringend entgegenstellen.


Liberale trauen sich mehr als Konservative

Der Washington Examiner diskutiert die Ergebnisse einer neuen Studie, der zufolge Liberale tatsächlich meinen, ihre Gedanken frei von der Leber weg äußern zu können, während alle anderen vor Angst bebten, dass alles, was sie sagen, kränken und verletzen könnte. Die libertäre Denkfabrik „Cato Institute“ veröffentlichte vor kurzem eine Studie, in der gezeigt wird, dass 62 Prozent der US-Amerikaner glaubten, dass das derzeitige „politische Klima“ sie davon abhalte, ihre politischen Meinungen mitzuteilen.

Die sich selbst als Liberale und „überzeugte“ Liberale Befragten sagten deutlich häufiger als Konservative aus, dass sie sich bei der Äußerung ihrer Ansichten sicher fühlten. Die Studienteilnehmer wurden gefragt, ob sie der folgenden Aussage zustimmten oder nicht: „Das heutige politische Klima hält mich davon ab, Dinge zu sagen, die ich glaube, weil andere sie als Beleidigung auffassen könnten.“ Unter den Konservativen meinten 77 Prozent, dass sie schwiegen, wenn die Sprache auf die Politik käme.

Die Liberalen waren da sehr viel kühner. Nur etwa die Hälfte von ihnen sagte, sie hätten das Gefühl, dass das derzeitige politische Klima sie davon abhalte, ihre Gedanken über Politik laut auszusprechen. „Und da fragen wir uns, warum die aktuellen Meinungsumfragen durchweg verzerrt sind. Konservative haben einfach Angst, das zu sagen, was sie denken“, kommentiert die Zeitung.

Frankreich: Neuer Titel für Agatha Christies Roman

Der Urenkel von Agatha Christie hat sich entschieden, den Bestseller „Zehn kleine Negerlein“ umzubenennen, um ihn „seiner Zeit anzupassen“. Das sei „ein erneuter Triumph der politischen Korrektheit“, wie der Figaro befindet. Das Buch, das weltweit mit mehr als 100 Millionen Exemplaren verkauft wurde, wird nunmehr unter dem Titel „Ils étaient dix“ („Es waren zehn“) erscheinen. Der Urenkel der britischen Schriftstellerin, James Prichard, versicherte, das 1938 verfasste und 1939 erstmals publizierte Werk „nicht anzutasten“. Die geänderte Fassung erscheint in Frankreich in diesen Tagen. Dem Fernsehen gegenüber rechtfertigte James Prichard seine Entscheidung damit, dass es Christie vor allem darum gegangen sei, „zu unterhalten, und sie hätte nicht gewollt, dass sich jemand durch ihre Formulierungen gekränkt fühlte“. Wenn das nur eine einzige Person fühlte, „dann wäre das bereits zu viel. Wir dürfen Worte nicht mehr verwenden, die weh tun könnten.“

Frankreich war eines der letzten Länder, die den englischen Originaltitel „Ten Little Niggers“ authentisch übersetzten. Nach dem Erscheinen des Buches hatten die angelsächsischen Länder den Titel sehr rasch durch den Titel „And Then There Were None“ ersetzt. Doch im Text des Romans kommt das Wort „Neger“ insgesamt 74 mal vor. Daher muss nicht nur der Titel, sondern auch viele Stellen innerhalb des Textes verändert werden. Doch diese „Anpassung eines Werkes an seine Zeit“ ist nicht unumstritten. So habe der Sprecher einer Literatursendung im französischen Fernsehen, François Busnel, auf die Ankündigung der Titeländerung scharf reagiert: „Das ist absurd, das nennt sich politische Korrektheit. Man kann alles einebnen, aber ein Buch steht im Zusammenhang mit seiner Zeit.“ Und der Philosoph Raphaël Enthoven twitterte: „Noch vor wenigen Monaten hätten Tausende herzhaft über die Ungebildeten gelacht, die sich über diesen Titel empörten. Doch nun triumphiert und herrscht die Kulturlosigkeit.“

 

Das „Schockbuch“ über das Eindringen des Islam in die Schule

Valeurs actuelles stellt das neue Buch des ehemaligen Generalinspekteurs für das französische Bildungswesen, Jean-Pierre Obin, vor, der in den Bildungseinrichtungen Frankreichs ein alarmierendes Zurückweichen des neutralen Staates entdeckt. In „Comment on a laissé l'islamisme pénétrer l'école“ („Wie man den Islamismus in die Schule hat eindringen lassen“) berichtet er über zahlreiche Beispiele über die Islamisierung im Unterricht. Zehnjährige Jungen hielten den Ramadan und neunjährige Mädchen betreten den Klassenraum mit Schleier. In bestimmten Schuleinrichtungen werde „einfach kein Fleisch mehr aufgetischt, da es haram ist“. Der Schwimmunterricht werde von allen sich als muslimisch bezeichneten Mädchen schlicht „geschwänzt“. Dafür zeigten sie Gefälligkeitsatteste vor: „Zufälligerweise breiteten sich die ,Chlorallergien‘ in ganz Frankreich aus, ganz besonders bei den jungen Muslimas…“. Obin berichtet auch über die „schockierende Forderung eines Imam“ an einen Schulinspekteur: Der Imam wollte, „dass es getrennte Umkleideräume, Toiletten und Duschen für muslimische Jungen und andere geben sollte, da die ,Beschnittenen‘ nicht mit den ,Unbeschnittenen‘ vermischt werden dürften“. KS

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