Medienmenschen

Der Macher von „The Chosen“

Regisseur Dallas Jenkins wollte Christus zu den Menschen bringen – erst ein unorthodoxer Ansatz machte es möglich.
Dallas Jenkins, Regisseur
Foto: Courtesy Everett Collection via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Dallas Jenkins (links), Regisseur der Serie „The Chosen“: „Ich musste lernen, für Gott nur die Brote und Fische bereitzustellen – er würde das Wunder selbst in die Hand nehmen.“

Dallas Jenkins ist der Regisseur des Überraschungs-Erfolgs „The Chosen“, einer Serie, die das Leben Jesu Christi in mehreren Staffeln zeigt. Christliche Filme müssen meistens gegen eine negative Erwartungshaltung ankämpfen. „The Chosen“ hat den Maßstab für Qualität in diesem Genre deutlich angehoben. Und der Erfolg lässt sich sehen: „The Chosen“ kann an den Kinokassen mit Blockbustern mithalten und läuft hierzulande nicht nur bei Bibel TV, sondern hat es mittlerweile auf die gängigen Streaming-Plattformen wie Netflix und Amazon Prime geschafft – ganz ohne dickes Hollywood-Budget oder bekannte Schauspieler.
Denn die Serie beruht komplett auf „Crowdfunding“, oder „Pay It Forward“. Das bedeutet, Menschen, die von der Serie überzeugt sind, zahlen für die Produktion. Und damit auch für andere, die es sich nicht leisten können – sodass die Serie bis heute komplett kostenlos ist.  Dabei hat Jenkins grundsätzlich keine Berührungsängste mit  Hollywood.

Dallas Jenkins schuf einen christlichen Welterfolg

Schon 2010 arbeitete Jenkins für den Film „Was wenn…“ mit Kevin Sorbo, Kristy Swanson und Disney-Star Debby Ryan. Der Film erzählt die Geschichte eines Geschäftsmanns, dem ein Engel zeigt, was aus seinem Leben geworden wäre, wenn er Gottes Ruf gefolgt wäre.
2017 führte Jenkins Regie bei der christlichen Dramödie „Die Auferstehung des Gavin Stone“, gemeinsam mit hochkarätigen Produktionsfirmen, die über einen Kurzfilm für Jenkins Kirche auf den Regisseur aufmerksam geworden waren. Trotz guter Kritiken scheiterte der Streifen, der für Jenkins den großen Durchbruch bedeuten sollte, an der Kinokasse.

Jenkins haderte mit Gott. Auf YouTube, in Werbevideos für „The Chosen“, schildert er, wie er begann, sich im Gebet an die Speisung der 5 000 zu orientieren. „Ich musste lernen, für Gott nur die Brote und Fische bereitzustellen – er würde das Wunder selbst in die Hand nehmen.“ Das führte ihn schließlich zu Deral Eves, dem Co-Gründer von „The Chosen“, der das Crowdfunding der Serie in die Hand nahm. „Unter normalen Umständen hätte ich mich auf so etwas nicht eingelassen“, so Jenkins auf YouTube. „Aber ich hatte nichts zu verlieren.“

Sieben Staffeln geplant – ein Lebenswerk

Die Geschichte seines Scheiterns verarbeitet Jenkins in der Geschichte des Apostel Nathanael. Der Apostel „ohne Arglist“ tritt in „The Chosen“ als gescheiterter Architekt auf, dessen Lebenstraum zerstört wird, als das Dach eines seiner Gebäude einstürzt. Er findet zurück zum Fundament seiner Berufung, als Jesus ihn zu seinem Nachfolger macht. Geschichten wie diese sind es, die „The Chosen“ ansprechend machen. Hautnah an den Charakteren, mit Gespür für das historische Setting, christlich, ohne ins Predigen zu verfallen. Nicht die Worte zählen, sondern die Begegnung mit Gott, die der Zuschauer durch die Augen der Charaktere miterlebt.

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Insgesamt sieben Staffeln sind geplant, in denen nicht nur Wir ken, Tod und Auferstehung Jesu, sondern auch das Schicksal der ersten Jüngerinnen und Jünger aufgegriffen werden dürfte – ein Lebenswerk. Ob es Jenkins damit gelungen ist, das Leben Jesu und seine Botschaft endgültig aus der Gerümpelkammer der Medienkultur zu retten, wird sich noch zeigen. Bewiesen hat er jedenfalls eines: Dass es ein großes Publikum für das Evangelium gibt.

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