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Bricht eine neue Gründerzeit an?

Alljährlich findet in Berlin der große Investoren-Kongress „Super Return“ statt. Das Medienunternehmen „Table.Media“ lud zu einem interessanten Side-Event.
Protest gegen "Super return"
Foto: Henry C. Brinker | So ist es immer in der Hauptstadt: Es gab auch Proteste gegen den Investorenkongress.

Die Berliner Luft riecht derzeit nach Geld, nach viel Geld. Während die hochverschuldete Stadt selbst nach wie vor als „arm, aber sexy“ gelten darf, hat sich unweit des Zoologischen Gartens gewaltiges Kapital versammelt. Es ist wieder „Super Return“-Zeit. 

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Investoren suchen nach Anlagemöglichkeiten, sie verwalten zusammen über 50 Billionen Dollar. Darunter finden sich Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen und private „Family Offices“. Die diesjährige Ausgabe des Geld-Gipfels ist die bisher größte: über 6000 Teilnehmer aus mehr als 80 Ländern. Insgesamt sind 82 Prozent der weltgrößten Firmen vertreten, ein Weltwirtschaftsforum der eigenen Art. Großräumig hat die Polizei das Gelände abgeschirmt, innen ein Hüttendorf aus Tiny Houses, informatives Schrebergarten-Idyll für anlagefreudige Milliardäre. Trotz aller Euphorie: Die Stimmung ist gemischt. Bloomberg titelte zum Auftakt am 8. Juni „Not-So-Super Returns“ – der Druck, endlich Kapital an die Anleger zurückzuführen, dominiert die Diskussionen. Die Branche, sie kämpft mit stockenden Ausschüttungen. Thematisch stehen KI-Technologie, Geopolitik und Energiewende im Fokus.

In diese gemischte Stimmung hinein nutzt „Table.Media“ die Gunst der Stunde – und veranstaltet ein Side-Event, um die aktuellen Bewegungen in Politik und Ökonomie einzuordnen: Kanzlerberater Martin Blessing, Wirtschaftsministerin Katharina Reiche oder erfolgreiche Unternehmensgründer und Spitzenmanager wie Gero Decker von SAP.

Mehr Geld für StartUps

Table.Media, das ist ein 2020 gegründetes deutsches Medienunternehmen mit den sogenannten Table.Briefings – täglichen, kostenpflichtigen Newslettern für Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Briefings kosten etwa 200 Euro pro Monat. Die Zielgruppe ist klein: Minister, Unternehmenschefs, Lobbyisten, Topmanager.

Wer wie die Tagespost den Tag bei Table.Media (im Haus der Landesbank Baden-Württemberg) verbringen durfte, kam auf seine Kosten. Wenn Positionen und Informationen authentisch aus beglaubigt-glaubhafter Quelle live vorgetragen werden, ist das von gesteigertem Wert. Ministerin Reiche will die Pensionskassen für Venture-Capital-Investitionen öffnen und auch so eine neue Gründerzeit entfesseln. Nur 0,1 Prozent der Portfolios gehen in die Finanzierung von Unternehmensgründungen, in den USA ist es ein Vielfaches. Insgesamt gibt sie sich pflichtgemäß optimistisch: „In 2025 hatten wir über 3.500 Unternehmensgründungen in Deep-Tech-Zukunftssektoren!“ Doch zu viele hoffnungsvolle Unternehmen gehen nach den ersten zwei Finanzierungsrunden in die Staaten, wo das Geld der Investoren lockerer sitzt.

Der Banker Martin Blessing sucht draußen als Kanzlerberater nach Venture Capital für deutsche Start-ups an der Schwelle zum Milliardenunternehmen: „Deutschlands Wirtschaft profitiert von einem verlässlichen Rechtsrahmen und einem AAA-Rating als Schuldner. Gleichzeitig ist die Wirtschaft auch wegen der EU überreguliert.“

Der Elefant im Raum: Elon Musk

Wie sich Deutschland als Wissenschaftsstandort derzeit entwickelt, zeigt das Gespräch mit Oliver Günther und Tobias Dünow. Günther, langjähriger Präsident der Uni Potsdam, freut sich über Professorenzugänge aus Harvard und Stanford: „Der Wind hat sich gedreht, viele Top-Wissenschaftler verlassen die USA oder gehen erst gar nicht dorthin.“ Von SAP-Gründer Hasso Plattner gab es gerade eine Milliarde für einen neuen Campus. Brandenburgs Staatssekretär Tobias Dünow ergänzt: „Berufungsverfahren für Spitzenforscher können in Brandenburg mittlerweile binnen acht Wochen eingeleitet werden. Echter politischer Wille kann alles möglich machen.“

Wie wichtig Souveränität als Wachstumstreiber ist, zeigte auch das Panel zur Raumfahrt. Lange musste Weltraumfracht erst in die USA verschifft werden – und wurde dort genau kontrolliert. Vorbei. Ein Kilo ins All zu schießen, kostete vor wenigen Jahren noch 70.000 Dollar, heute sind es ab Europa 3000. Und die Deutschen mischen kräftig mit. Der Space-Elefant im Berliner Table-Raum: Elon Musk. Am Freitag will der mit SpaceX an der Börse abheben, es geht dann um etwa 75 Milliarden.

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