Die Übernahme des traditionsreichen Verlags Grasset durch die Mediengruppe „Vivendi“ des Unternehmers Vincent Bolloré hat in Frankreich erneut heftige Reaktionen ausgelöst. Zahlreiche Schriftsteller, Journalisten und Intellektuelle warnten vor einer angeblichen „Orbanisierung“ der französischen Kulturlandschaft, einige kündigten sogar demonstrativ ihren Rückzug aus dem Verlag an. Wie so oft in der geht es dabei freilich um weit mehr als um bloße verlegerische Eigentumsverhältnisse: Hinter der „Affäre“ verbirgt sich vielmehr die tiefe Sorge, dass die Linke eines Tages jene kulturelle Lufthoheit verlieren könnte, die seit zwei Generationen den zentralen Pfeiler ihres politischen Einflusses ausmacht.
Bolloré, Grasset und der französische Kulturkampf
Vincent Bolloré ist katholisch, konservativ und millionenschwer. Der Unternehmer hat in Frankreich ein eigenes Medienimperium aufgebaut. Nun sorgt eine Übernahme für viel Aufregung.
