Das Verunglückte gleich vorab: Simon Strauß, der wichtige Persönlichkeiten der Kleinstadt Prenzlau aufgesucht und ausgiebig mit ihnen gesprochen hat, fährt in diesem Buch mit Sicherheitsgurt, wohl um ja nicht als AfD-Versteher gebrandmarkt zu werden. Denn er ist FAZ-Redakteur und als solcher „weltoffen“. Dazu ist er Literat und will sich vermutlich keinen Shitstorm leisten, der jedem blüht, der die verfehlte Migrationspolitik anprangert. Wer wie ich bei Prenzlau lebt und seine Menschen kennt, kann mit dem inflationär vom Autor gebrauchten Begriff der „Nähe“ wenig anfangen. Menschen auf dem Land, ob in Ost oder West, pflegen die Nachbarschaft, unterstützen sich.
Wer ist hier der Patriot?
Der Journalist und Autor Simon Strauß spürt ostdeutschen Befindlichkeiten nach – mit Sympathie, aber auch mit angezogener Handbremse.
