Den „göttlichen Funken“ im Menschen nannte Thomas von Aquin die auf das, was rechtens ist, ausgreifende Vernunft, wie sie im Gewissen ihren Ausdruck findet. Die Erscheinungsgestalt dieser Vernunft lässt sich auf den Spuren ihrer Entfaltung zwar immer nur als eine geschichtliche erkennen. Sie selbst hingegen ist ein übergeschichtlicher Begriff, den man nicht aus sinnlichen Erfahrungen gewinnen kann. Das Gewissen, dem der Mensch begegnet, findet sich in seiner Innerlichkeit. Sein Anruf ist immer bedingungslos und nicht verhandelbar, geht stets aufs Ganze und steht keiner Abwägung mit anderen Erwägungen offen.
Was dem Herzen eingeschrieben ist
Der französische Rechtsgelehrte Grégor Puppincks hat eine umfassende Darlegung der Würde des Gewissens und ihrer Bedeutung vor allem in der europäischen Rechtsprechung herausgebracht.
