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Ungestümes Serafinensingen

Braucht es heute noch religiöse Lyrik? Die Gedichte Dorothea Grünzweigs zeigen: ja, mehr denn je.
Seraphin
Foto: IMAGO/Pascal Deloche / GODONG (www.imago-images.de) | Eine Seraphin-Darstellung in der orthodoxen Kirche Saint-Antoine-le-Grand in Frankreich.

Selten sind die Momente am Morgen geworden, da ich beim Durchblättern einer Tageszeitung innehalte. Doch heute werde ich durch ein einziges Wort im Innersten berührt: „Himmels-Hafen“. Papst Gregor der Große und andere Kirchenväter haben das Leben mit einer stürmischen Seefahrt verglichen. Ihr Ziel liege hinter dem Horizont. Es ist der Hafen des Himmels. Das alles weiß ich. Doch an diesem Morgen erschließt sich mir eine neue Dimension. Ich entdecke ein Gedicht von Gerard Manley Hopkins SJ (1844–1889), das er 1864, zwei Jahre vor seiner Konversion beim späteren Kardinal John Henry Newman, schrieb. „Eine Nonne nimmt den Schleier“ fügte er als Erläuterung seinen Versen hinzu.

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