Der Name Jean-Jacques Rousseau hat einen guten Klang. Nicht erst seit den 68er-Jahren steht er für einen radikalen Lebensstil, für ein „Zurück zur Natur“, für Reformpädagogik und für Widerstand gegen Fürstenmacht. Nach der Lektüre der neuen Rousseau-Biografie von Volker Reinhardt bleibt wenig davon übrig. Der Autor zeigt den schon zu Lebzeiten zur Berühmtheit gewordenen Philosophen als fragwürdigen Vordenker, als mit sich selbst ständig im Widerspruch Stehenden, als Lügner und Heuchler. Reinhardt, der sich schon mit Voltaire (erst Freund, dann erbitterter Gegner des in Genf geborenen Denkers) und de Sade beschäftigte, hat eine sprühende, ironische Sprache, die die Lektüre zum Vergnügen macht.
Schuld sind die anderen
Wer war Jean-Jacques Rousseau? Eine neue Biografie beschreibt den Philosophen als pathetischen Rufer, der an sich selbst scheiterte.
