Der Bezirk, der im kulturellen Gedächtnis der Deutschen an das nationalsozialistische Regime der Literatur zukommt, scheint von einer harten Frontlinie durchzogen. Auf der einen Seite liefert Thomas Manns Verdikt, wonach die zu dieser Zeit im Deutschen Reich entstandene Belletristik „weniger als wertlos“ und von einem „Geruch von Blut und Schande“ behaftet sei, insbesondere aktivistischen Interpreten noch immer ein geeignetes Pauschalurteil an die Hand, mit dem guten Gewissens über die eigentlichen ästhetischen und substanziellen Qualitäten eines Großteils der damals produzierten Texte schadlos hinweggegangen werden kann.
Schillernde Lichter einer finsteren Zeit
Helmuth Kiesel beeindruckt mit einem umfassenden Panorama der bis heute von ideologischen Streitigkeiten umwogten Literaturepoche von 1933 bis 1945.
