Katholischer Verlag

Lepanto-Verlag: Schätze der Literatur bergen

Der Lepanto Verlag will die Wirkmacht der katholischen Geisteswelt wieder lebendig werden lassen.
Im Lepanto Verlag will man Autoren wie Reinhold Schneider wieder publik machen.
Foto: un | Im Lepanto Verlag will man Autoren wie Reinhold Schneider wieder publik machen.

Die katholische Geisteswelt scheint aus den Auslagen der Buchhandlungen völlig verschwunden. Das ist insofern dramatisch, als es eine Vielzahl an lesenswerten katholischen Autoren gibt und gab, die kaum ersetzbar scheinen – von Augustinus über Chesterton bis hin zu Martin Mosebach. Das bei so vielen Autoren klar dokumentierte humane Menschenbild, dazu ein maßvoller Umgang mit der Schöpfung – nichts wäre derzeit wichtiger als diese Sicht der Welt, um dem um sich greifenden Unglauben, der Klimahysterie und der damit verbundenen, klandestinen Selbstermächtigung des Menschen etwas entgegenzusetzen.

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Ein Großprojekt für christliche Literatur

Bei der Lektüre des Lepanto-Almanachs 2022 wird es einmal mehr deutlich: Wohl durch niemanden wird eine dem Menschen wirklich zugewandte, offene, tolerante Geisteshaltung besser verwirklicht als durch katholische Denker. Ist es da nicht zwingend, dem säkularen und synodal-verwirrten Zeitgeist etwas entgegenzustellen? Ist es nicht lohnend, die vielen in Vergessenheit geratenen Schätze katholischer Literatur zu bergen, neu zu bewerten und den Lesern wieder besser zugänglich zu machen? Genau dieses Großprojekt verfolgt der kleine Lepanto Verlag mit dem nun bereits zum dritten Mal erschienenen „Lepanto-Almanach“, einem „Jahrbuch für christliche Literatur und Geistesgeschichte“. Auch dem Jahrgang 2022 gelingt es, eine Fülle von Impulsen, die der christlichen Geisteswelt entspringen, auf aktuelle Weise zu erschließen. Mit dem neuen Almanach leistet der Lepanto Verlag einen wichtigen Beitrag, um die Werte und Inhalte katholischer Weltanschauung lebendig zu präsentieren. Das ist in unserer Gesellschaft von unveränderter Wichtigkeit.

Die Beiträge des dritten Bandes des „Lepanto-Almanachs“ kreisen einerseits um das Verhältnis zwischen christlicher Literatur und bildender Kunst und wenden sich andererseits dem Christlichen in der Gegenwartsliteratur zu. Schriftsteller wie Reinhold Schneider, Paul Ernst, C. S. Lewis, Teilhard de Chardin und Ulrich Schacht treten vor den Vorhang, ergänzt durch das Zeugnis zeitgenössischer Autoren wie Christine Wiesmüller und Ralf Gnosa.

„Durch die kulturelle Hegemonie der Achtundsechziger,
die als dogmatische Sozialisten für die Gefahren bestimmter Aspekte des national geprägten Sozialismus,
des Nationalsozialismus also, blind waren, wurde Reinhold Schneider endgültig
aus dem Kanon der „zitierfähigen“ Literatur verabschiedet„

Eröffnet wird der Band allerdings von der Erinnerung an die Seeschlacht von Lepanto, als vor viereinhalb Jahrhunderten eine christliche Flotte die Osmanen vor der westgriechischen Küste besiegte. Ein großes Geschenk für die europäische Kultur, für Europa insgesamt! Es ist bestimmt kein Zufall, dass der folgende Beitrag die kulturellen Wurzeln Europas aus geistesgeschichtlicher Perspektive behandelt. Hierin wird unter anderem thematisiert, dass der Islam, wenn man ihn theologisch analysiert, als mohammedanische Häresie des Christentums anmutet. Es gehört heutzutage viel Mut dazu, dergleichen anzusprechen! Die Beispiele von Schneider, Lewis und Schacht zeigen, wie sich christliche Maßstäbe auch in schwierigen Zeiten vertreten lassen. Nicht zuletzt deshalb lohnt die Begegnung mit diesen Autoren und ihren Werken nach wie vor.

Sensibel werden für die Gefahren der Gegenwart

Speziell Schneider wurde noch in der frühen Bundesrepublik verehrt und gefeiert, später aber immer stärker in den Hintergrund gedrängt. Als Konservativer und Monarchist, der sich jedoch dem Krieg und der Gewalt entschieden verweigerte, hatte er bereits zu Lebzeiten zwischen allen Stühlen gesessen. Durch die kulturelle Hegemonie der Achtundsechziger, die als dogmatische Sozialisten für die Gefahren bestimmter Aspekte des national geprägten Sozialismus, des Nationalsozialismus also, blind waren, wurde Reinhold Schneider endgültig aus dem Kanon der „zitierfähigen“ Literatur verabschiedet. Eine wie große Tragödie für die heutige Geisteslage solche Akte der Ignoranz darstellen, zeigt das höchst aktuelle Jahrbuch. Vielleicht die wichtigste Lektüre des Jahres, wenn es darum geht, Sensibilität für die Gefahren zu entwickeln, in denen unsere Kulturnation im Jahre 2022 schwebt.


Der „Lepanto-Almanach“, Band 3 (2022), ISBN 978-3-942605-26-7,
wird herausgegeben von Michael Rieger, Till Kinzel und Christoph Fackelmann.
Er ist ab sofort zu 14,80 Euro im gut sortierten Buchhandel oder über www.lepanto-verlag.de erhältlich.

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