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Eine katholische Seherin

Elisabeth Langgässer schrieb mit dem „unauslöschlichen Siegel“ einen der großen Romane der unmittelbaren Nachkriegszeit. Ein Erzählband hebt die katholische Autorin nun wieder aufs Tapet.
Isenheimer Altar
Foto: Imago / Imagebroker | Langgässer thematisierte auch die teuflischen Niederungen und Verlockungen. Damit stand sie in guter katholischer Künstlertradition. Hier: die Versuchungen des heiligen Antonius als Teil von Matthias Grünewalds Isenheimer Altar (1512–16).

Wie ihr Vorbild Annette von Droste-Hülshoff war Elisabeth Langgässer (1899–1950) eine katholische Seherin. Nachdem die Tochter eines konvertierten jüdischen Vaters und einer kirchlich sehr engagierten katholischen Mutter von der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und mit einem Publikationsverbot stigmatisiert worden war, verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Werbetexterin. Während der Kriegsjahre arbeitete sie an ihrem großen Roman „Das unauslöschliche Siegel“. Seine Veröffentlichung im Jahr 1946 brachte der vierfachen Mutter große Anerkennung. 1950, im Jahr ihres frühen Todes, wurde ihr Werk posthum mit dem Büchner-Preis gewürdigt.

Hinweis: Dieser Artikel ist vor Abschluss des Probeabos erschienen, weswegen er in diesem nicht enthalten ist.
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