Auf seinen Namen stößt man, doch viele nehmen Anstoß an ihm: Der deutsch-jüdische Philosoph Leo Strauss (1899–1973) hat ein quasi furchterregendes Nachleben, weil Peter Thiel, der Gottseibeiuns der liberalen Woke-Kultur, ihn neben René Girard zu einem seiner Hausgötter erklärt hat. Strauss war klassischer Philosoph aus orthodox-jüdischer Familie, der nach einjährigem Kriegsdienst, wie ihn deutsche jüdische Männer leisteten im Ersten Weltkrieg, 1921 in Hamburg bei Ernst Cassirer über F. J. Jacobi promoviert wurde, und sich damals auch in zionistischen Kreisen bewegte.
Dialektik ohne Synthese
Ein stiller Denker mit anhaltendem Nachleben: Heinrich Meier porträtiert Leo Strauss als Philosophen der Distinktion.
