Mit „Der verirrte Engel – Weihnachtsgeschichten“ legt Klaus-Peter Vosen ein stilles, zugleich eindringliches Buch vor, das sich wohltuend vom lauten Markt saisonaler Erbauungsliteratur abhebt. Seine Texte suchen nicht den schnellen Effekt, sondern entfalten ihre Wirkung aus der Ruhe, aus genauer Beobachtung und aus einer erzählerischen Sensibilität, die dem Leser Zeit und Raum lässt. Vosens besondere Stärke liegt in seiner erzählerischen Begabung. Mit wenigen, präzise gesetzten Strichen entwirft er Szenen, die sofort eine innere Bildhaftigkeit entwickeln. Seine Sprache ist klar, unaufdringlich und von einer leisen Musikalität getragen.
„Der verirrte Engel“: Den Raum der Sehnsucht offenhalten
Weihnachten, nicht sentimental überhöht, sondern als existenzieller Moment: als Zeit der Erwartung, der Verletzlichkeit und der Möglichkeit von Wandlung.
