August 1961. Nur drei Tage nach dem Bau der Berliner Mauer ernennt Papst Johannes XXIII. den gerade einmal 39-jährigen Weihbischof Alfred Bengsch zum Bischof von Berlin, der fortan die Geschichte des DDR-Katholizismus prägen sollte wie kaum ein anderer und der bis heute streitbar erscheint, angesichts einer wieder zunehmend politisch angefragten Kirche auf dem Weg teutonisch-synodaler Angepasstheit zum Inspirator des Widerstands taugt: Umso dankbarer darf der Leser für den Sammelband „Alfred Bengsch – Ambivalenzen eines Bischofs“ sein, der das Lebenswerk des Oberhirten von der Spree näher beleuchtet und dabei auf seine Haltung zum real existierenden Sozialismus sowie einigen kirchenpolitischen Fragen nach dem II.
Der Unangepasste aus dem roten Berlin
Alfred Bengsch stand gegen den Sozialismus, kritisierte die „Dialogbesoffenheit“ der Nachkonzilszeit und bewahrte den Sinn für das Heilige.
