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Acht Jahrhunderte Franziskus

Seine solidarische Armut und seine Freude am Evangelium beeindrucken bis heute. Eine Sonderausstellung in Salzburg gibt davon inspirierend Zeugnis.
Ausstellung über den heiligen Franziskus
Foto: DomQuartier/Andreas Kolarik | Die Ausstellung „LebensKunst“ zeigt Exponate aus acht Jahrhunderten franziskanischen Lebens.

Schon der Titel „LebensKunst“ deutet an, dass die große Ausstellung zum 800. Todestag des heiligen Franziskus im Salzburger Dommuseum nicht nur das Leben des Poverello aus Assisi, sondern auch seine Wirkungsgeschichte in den Blick nimmt. Mehr noch, die Kuratoren haben sich das Ziel gesetzt, mit Zeugnissen vergangenen Glaubenslebens auf die gegenwärtige Relevanz zu verweisen.

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Deshalb werden in der Ausstellung, die am Samstag eröffnet wurde und bis 2. November zu sehen ist, etwa 80 Mitglieder der franziskanischen Ordensfamilie Rede und Antwort stehen: Franziskaner, Kapuziner, Minoriten, Angehörige des Dritten Franziskanischen Ordens und – natürlich als größte Gruppe – die unterschiedlichen franziskanischen Schwesterngemeinschaften aus Deutschland und Österreich.

Kostbare Zeugnisse franziskanischer Geschichte

Angeregt wurde die Schau von der „Fachstelle Franziskanische Forschung“ in Münster, inspiriert und unterstützt vom Salzburger Erzbischof Franz Lackner, der selbst Franziskaner ist. Nicht nur öffentliche Museen und Klöster der eigenen Ordensfamilie öffneten dafür ihre Tore und stellten Objekte zur Verfügung, wenngleich die Bürokratie der Länder und Regionen beim Transport der Kulturgüter eine echte Herausforderung darstellte, wie der Geschäftsführer der Forschungsstelle, Bernd Schmies, im Gespräch mit dieser Zeitung andeutet.

Unter den rund 100 Exponaten findet sich etwa ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert, das den heiligen Franziskus in der Kreuzesvision zeigt, eine Darstellung der Übergabe der Regeln durch Franziskus an die drei Ordenszweige aus dem 16. Jahrhundert und Handschriften aus dem 14. Jahrhundert.

Zu den wertvollsten Exponaten zählen eine Fingerreliquie der heiligen Elisabeth von Thüringen und eine Fassung des Sonnengesangs aus dem 14. Jahrhundert, die im Augustiner-Chorherrenstift St. Florian beheimatet ist.  Mit dieser Dichtung in alt-umbrischer Sprache hat Franziskus nicht nur ein Meisterwerk der Spiritualität hinterlassen, sondern beschäftigt damit bis heute die italienische Literaturwissenschaft.

Franziskanische Lebenskunst zum Anfassen

Die Ambition der Ausstellung „LebensKunst“ ist, dazu anzuregen, „sich von Franziskus und seiner Kunst des gelingenden Lebens inspirieren zu lassen“. Seine radikale Armut, seine Verbundenheit mit allen Geschöpfen und seine Freude am Evangelium sollen spürbar und inspirierend werden. Etwas davon zeigt sich in den Ordensgewändern, den Schuhen der zunächst als „Barfüßer“ bekannten Ordensleute, der Darstellung der Begegnung des Heiligen mit Sultan Al-Kamil in Ägypten oder in Musikinstrumenten wie dem Pansymphonikon des Pater Peter Singer.

Sichtbar wird in der Ausstellung die Dynamik des Ordens, der sich bereits in der ersten Generation über die Grenzen Europas hinaus ausstreckte. Franziskus’ Überzeugung, dass die Schöpfung transparent ist auf den Schöpfer hin, und seine Ergriffenheit von der Demut Gottes, die sich in Krippe und Kreuz, aber auch in der Eucharistie offenbart, werden in dieser Ausstellung anschaulich.


Die Ausstellung „LebensKunst. 800 Jahre Franz von Assisi“ ist im Dom Quartier Salzburg (Residenzplatz 1) bis 2. November täglich außer Dienstag von 10 bis 17 Uhr, im Juli und August bis 18 Uhr, zu sehen.

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Stephan Baier Evangelium Franz Lackner Franz von Assisi Kapuziner Peter Singer

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