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Harari will letztlich den Menschen abschaffen

Wissenschaft muss frei sein. Wenn sie sich gegen den Menschen richtet, muss den Betreibern widersprochen werden. Yuval Harari forscht zur Zukunft und zeichnet ein für Christen sehr düsteres Bild der Menschheit.
Yuval Noah Harari, israelischer Schriftsteller und Historiker
Foto: Fabian Sommer (dpa) | Yuval Noah Harari, israelischer Schriftsteller und Historiker, ist ein gefragter Redner. Ob beim Weltwirtschaftforum in Davos oder - wie hier - in Deutschland beim Zeitungskongress des BDZV, er findet ein angetanes ...

Zu der Frage, wer der Mensch sei und wie seine Zukunft aussieht, dominiert ein Autor den Weltmarkt der Ideen: der israelische Historiker Yuval Noah Harari. Mächtige Politiker der Welt nennen ihn als Ideengeber, beim „World Economic Forum“ erklärt er, wohin die Zukunft steuert. Doch welches Menschenbild vermittelt Harari bei seinen Prognosen? Für ihn ist der Mensch nichts weiter als ein besonders fittes Tier, das seine Vorherrschaft über andere Tiere durch erfundene Konzepte wie das Ich, den freien Willen oder Gott rechtfertigt.

Alles nichts weiter als Narrative, die wir uns zurecht gelegt haben. Das Gehirn ist so etwas wie ein Computer. Da die Prozessoren und Algorithmen aber immer schneller werden, werden Mensch und Maschine immer mehr verschmelzen und der technisch „optimierte“ neue Mensch den alten Homo Sapiens nach und nach hinter sich lassen. Viel längeres Leben, bessere Gehirnleistung, keine Erbkrankheiten mehr. Was als transhumanistische Überwindung physischer Beschränkungen angepriesen wird, klingt freilich nur auf den ersten Blick verlockend.

„Hararis Vision vom „Homo Deus“
ist nicht die Höherentwicklung des Menschen,
sondern seine Abschaffung.“

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Denn neben körperlichen Gebrechen werden in Hararis Zukunftsvision auch Privatsphäre, freier Wille und letztendlich das Subjekt zum alten Eisen gelegt. Am Ende steht nicht die Höherentwicklung des Menschen zum Gott, sondern seine komplette Kontrollierbarkeit. Ob Harari vor dieser Zukunft warnt oder sie regelrecht herbeischreibt, bleibt auf eigentümliche Weise unklar. Fest steht jedoch, dass sein Menschenbild auf einem fundamentalen Missverständnis beruht. Weder ist das menschliche Gehirn nur so etwas wie ein Computer, noch ist die menschliche Geschichte ausschließlich getrieben von der zweckgerichteten Höherentwicklung.

Aus der Tatsache, dass menschliches Denken (oder auch die gesamte Realität) sich als Algorithmus darstellen lässt, folgt nicht, dass all dies nichts weiter sei als ein Algorithmus. Auch ein Wasserfall lässt sich als mathematische Funktion darstellen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man nass wird, wenn man sich der mathematischen Funktion nähert. Tatsächlich ist Hararis Behauptung, den freien Willen und das Ich gebe es nicht, selbstwidersprüchlich. Es gibt kein Ich, also auch keinen Harari? Wer, so könnte man ihn fragen, stellt dann überhaupt solche Thesen auf? Ein Autor, der behauptet, der Mensch sei eine Maschine, klingt vielleicht interessant. Doch ein Mensch, der von sich behauptet, er sei selbst eine Maschine, leidet rein psychologisch gesprochen unter einer Persönlichkeitsstörung.

Keine erstrebenswerte, menschliche Zukunft

Harari schreibt über den Menschen, als wäre er selbst keiner. Da er in technischen Kategorien denkt, liest er alles auch nur durch die Brille der Technik. Er reduziert alles im Menschen auf evolutiven Fortschritt. Doch wenn auch Kunst, Religion, Freiheit und das Subjekt nichts weiter als Erfindungen sind, die eine Zeit lang evolutiven Fortschritt erbrachten, im Zeitalter der AI ( (Artificial Intelligence / künstliche Intelligenz),) aber nach und nach ersetzbar werden, steht am Ende eben keine erstrebenswerte menschliche Zukunft, sondern eine, der das genuin Menschliche fehlt. Hararis Vision vom „Homo Deus“ ist nicht die Höherentwicklung des Menschen, sondern seine Abschaffung.

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