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„The Fans Strike Back“: Vom Kanzleramt zum Todesstern

Nach Stationen in New York, Paris, London und Wien kommt eine Star-Wars-Ausstellung „von Fans für Fans“ nach Berlin.
Star-Wars-Ausstellung
Foto: Garcia | Keine Rebellen weit und breit - in Berlin herrscht das Imperium!

Die Ausstellung „The Fans Strike Back“ präsentiert im Berliner „Napoleon Komplex“ Exponate von „Star Wars“-Fans aus der ganzen Welt. Nach Stationen in New York, Las Vegas, Paris, London und Wien macht sie nun erstmals in Deutschland halt. Bis zum 7. Juli 2024 ist sie geöffnet. Veranstaltet wird die Ausstellung von der Frankfurter Firma „POA Events GmbH“. Rouven Bönisch, Geschäftsführer des Unternehmens, äußerte sich bei der Ausstellungseröffnung: „Die Begeisterung und die positive Resonanz, die wir heute erlebt haben, bestärken uns in unserer Mission, einzigartige Erlebnisse zu schaffen, die die Herzen der Fans höherschlagen lassen. Diese Ausstellung ist eine Verneigung vor der unermüdlichen Leidenschaft und Kreativität der Star-Wars–Gemeinde und wir sind stolz, Teil dieser Reise zu sein.“ Dass die Ausstellung nach dem zweiten Star-Wars-Film „The Empire Strikes Back“ („Das Imperium schlägt zurück“, 1980) benannt wurde, ist kein Zufall, erfreut sich gerade dieser Film bei den Star-Wars-Fans doch der größten Beliebtheit.

Die „von Fans für Fans“ konzipierte Ausstellung präsentiert mehr als 1000 Objekte – von lebensgroßen Figuren und berühmten Kostümen über mehr als 50 Skulpturen bis zu Fotos und Posters. Unter den Sammlerobjekten befinden sich nicht nur Szenen aus den Filmen in verschiedenen Größen, sondern auch einige besondere Höhepunkte wie ein lebensgroßer „Podracer“, in dem Anakin Skywalker als Kind in „Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung“ ein berühmtes Rennen gewann, sowie der lebensgroße Nachbau eines „X-Wing-Fighters“, der in etlichen Filmen, und insbesondere im ersten Film „Krieg der Sterne“ eine Schlüsselrolle spielte, als Luke Skywalker von einem solchen Raumschiff aus den „Todesstern“ zerstörte. Die detaillierte Nachbildung der Kommando-Brücke eines imperialen „Sternenzerstörers“ weiß ebenso zu beeindrucken wie ein von Fans gebauter Snowspeeder aus Episode V (Maßstab 1:2). Auch eine Sammlung von 10 Lichtschwerter-Replikaten gehört zu den Ausstellungsstücken. Zusätzlich zu den Ausstellungsstücken bietet „The Fans Strike Back“ ein breites Spektrum an interaktiven und immersiven Erlebnissen, wie eine Virtual-Reality-Erfahrung: Die Besucher werden sozusagen direkt in die Saga „entführt“.

Eine Welt für sich

Die Ausstellung bietet eine enthusiastische Sicht auf ein Phänomen, das seit fast einem halben Jahrhundert weltweit Fans bewegt. Als im Jahr 1977 das Weltraum-Abenteuer in einem fiktiven Universum „Krieg der Sterne“ das Licht des Kinos erblickte, konnte kaum jemand ahnen, dass daraus ein ganzes (Parallel-)Universum entstehen würde. Dennoch: Bereits der Eröffnungs-Lauftext („Opening Crawl“), begleitet von der einprägsamen Filmmusik von John Williams, war eine Offenbarung. Es markierte den Beginn eines Films über den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, symbolisiert durch die zwei „Seiten der Macht“, und präsentierte bahnbrechende Spezialeffekte, die etwa Kubricks „2001 – Eine Odyssee im Weltraum“ technisch in den Schatten stellte. „Krieg der Sterne“ gewann sechs Oscars und wurde einer der finanziell erfolgreichsten Filme überhaupt. In der Bundesrepublik startete der Film am 10. Februar 1978, während seine Aufführung in der DDR verboten wurde. Am 4. Mai feiern die Fans jährlich den Star-Wars-Tag, weil das englische Datum „May the fourth“ dem berühmten Satz „May the force be with you“ (Möge die Macht mit dir sein) so ähnlich klingt.

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Es ist kein Wunder, dass auf den ersten „Star Wars“-Film, wie er im Original heißt, noch zwei Filme folgten, die dann die „Original-Trilogie“ bilden: „Das Imperium schlägt zurück“ (1980) und „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ (1983). Sechzehn Jahre später begann George Lucas mit einer „Prequel“-Trilogie, die die Ereignisse vor der Originaltrilogie zeigt – „Die dunkle Bedrohung“ (1999), „Angriff der Klonkrieger“ (2002) und „Die Rache der Sith“ (2005). Alle Filme erhielten nun den Titel „Star Wars“ mit dem Zusatz „Episode I-III“ für die Prequel- sowie „Episode IV-VI“ für die Original-Trilogie. Der erste Film „Krieg der Sterne“ von 1977 heißt nun „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“. Später wurde die Sequel-Trilogie (Episode VII-IX) mit den Filmen „Das Erwachen der Macht“ (2015), „Die letzten Jedi“ (2017) und „Der Aufstieg Skywalkers“ (2019) von der Walt Disney Company produziert, an die Lucasfilm seine Firma samt den Rechten an „Star Wars“ im Jahr 2012 verkauft hatte – für vier Milliarden Dollar. Episode I kommt in diesen Tagen zum 25-jährigen Jubiläum wieder in die Kinos.

Das erfolgreichste Film-Franchise aller Zeiten

Im April 2023 wurde bekannt gegeben, dass Lucasfilm und Disney drei neue Star-Wars-Kinofilme in Arbeit haben. Einer der Regisseure, James Mangold, kündigte an, dass sein Film die Entstehungsgeschichte des Jedi-Ordens im Stil des Bibelepos „Die Zehn Gebote“ (1956) behandeln werde. Das „Star-Wars-Franchise“ umfasst jedoch weit mehr als die drei Trilogien, die seinen Kern bilden. Kinofilme wie „Rogue One: A Star Wars Story“ (2016) und „Solo: A Star Wars Story“ (2018) sowie die für den Streaming-Dienst „Disney+“ produzierten Serien wie „The Mandalorian“ (seit 2019), „Obi-Wan Kenobi“ (2022) „Andor“ (seit 2022) und „Ahsoka“ (seit 2023) gehören ebenso dazu wie die für 2024 angekündigten „The Acolyte“ und „Star Wars: Skeleton Crew“.

Das „Star-Wars-Universum“ erschöpft sich jedoch nicht in den Filmen und Serien, zu denen noch eine Reihe Animationsserien gehören. Die Ausstellung bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Werke in chronologischer Reihenfolge der Zeit, in der sie jeweils angesiedelt sind. Dazu kommen mehr als 250 Romane sowie Comics, Spielzeug und zahllose andere Merchandising-Produkte. Bis einschließlich 2018 erzielte das Star-Wars-Merchandising einen Erlös von rund 70 Milliarden Dollar. Damit ist Star Wars das erfolgreichste Film-Franchise der Welt.


„The Fans Strike Back“ im NAPOLEON KOMPLEX, Modersohnstraße 35-45, 10245 Berlin. Mo.-Fr. 10.00 bis 20.00 Uhr, Sa.-So. bis 21.00 Uhr. Bis zum 07.07.2024. Tickets können auf „fansstrikeback.reservix.de“ erworben werden.

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