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Starkes Familiendrama dominiert Politik 

Ilker Çataks Berlinale-Sieger „Gelbe Briefe“ hat starke Darsteller und ein wichtiges Thema. Doch aus der Anklage gegen autoritäre Repression wird zu oft ein schematisches Lehrstück.
Derya (Özgü Namal) und ihr Mann Aziz (Tansu Biçer) geraten unter staatliche Repression. Der ambitionierte Film erklärt bekannte Unterdrückungsmechanismen zu ausführlich – und drängt damit das stärkere Familiendrama in den Hintergrund.
Foto: Ella Knorz / ifProductions / Alamode Film | Derya (Özgü Namal) und ihr Mann Aziz (Tansu Biçer) geraten unter staatliche Repression. Der ambitionierte Film erklärt bekannte Unterdrückungsmechanismen zu ausführlich – und drängt damit das stärkere Familiendrama in den Hintergrund.

  Der Auftakt ist eindrucksvoll inszeniert. Derya (Özgü Namal), eine gefeierte Theaterschauspielerin, verlässt nach einer erfolgreichen Premiere unter großem Applaus die Bühne. Doch ein hoher Würdenträger ist mit großem Gefolge zu spät gekommen, dann klingelt auch noch sein Smartphone – gleich dreimal. Derya fühlt sich gekränkt. Auch ihr Mann Aziz (Tansu Biçer), der Autor des Stücks, wird sofort als zentrale Figur eingeführt.  In Çataks Film könnte es nach diesen ersten Szenen um Eitelkeit, Status, verletzten Stolz und Spannungen in der Ehe gehen. „Gelbe Briefe“ könnte ein starkes Ehedrama werden, das die politische Lage nicht erklärt, sondern in Blicken, Gesten und Entscheidungen sichtbar macht. Doch ...

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