Homosexuellenpastoral

Kirche unter filmischem Druck

Ein Dokumentarfilm glorifiziert die LGBTQ-Agenda von US-Jesuitenpater James Martin.
Trotz Verbot des Papstes - Segnung homosexueller Paare in München
Foto: Felix Hörhager (dpa) | Trotz Verbot des Papstes: In München hat Pfarrvikar Wolfgang Rothe in kirchlicher Feiern homosexuelle Paare gesegnet - auch das sei Folge des Nichtverstehens der Lehre meint Erzbischof em. Chaput (EB Philadelpia), bzw.

In den Vereinigten Staaten besitzt der Jesuitenpater James Martin durch seine Bücher und Beiträge nicht nur in katholischen Medien – er ist Herausgeber der Jesuiten-Zeitschrift „America“ –, sondern auch in prestigeträchtigen Zeitungen wie der New York Times, dem Wall Street Journal und der Washington Post, einen hohen Bekanntheitsgrad. Berühmt geworden ist der 1960 geborene Jesuit jedoch insbesondere für sein Eintreten für die LGBTQ+-Community. Er versteht sich als „Brückenbauer“ zwischen ihr und der katholischen Kirche, so auch der Titel seines umstrittenen Buchs „Building A Bridge“ (2017).

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Basierend darauf wurde ein gleichnamiger Dokumentarfilm gedreht, der im vergangenen Juni auf dem „Tribeca Film Festival“ uraufgeführt wurde, und nun in den Vereinigten Staaten als Video on Demand ab dem 3. Mai abgerufen werden kann. Im offiziellen Trailer wird Pater James Martin gerühmt für seinen Kampf, „die katholische Kirche zu einer größeren Akzeptanz der LGBTQ+-Gemeinschaft zu bewegen, trotz des lautstarken Widerstands sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirche“.

„Erzbischof Chaput erinnert daran,
dass die im Katechismus enthaltene katholische Lehre
eine gleichgeschlechtliche Anziehung als ‚objektiv ungeordnet‘ nennt.
Pater Martin bezeichne dies als ‚grausam‘“

Der Trailer zeigt zwar beide Seiten – Pater Martin erscheint jedoch als „bahnbrechender pastoraler Held“, so die katholische Nachrichtenagentur CNAdeutsch. Die Gegenseite stellen unvorteilhaft aufgenommene Menschen beim Rosenkranzgebet oder maximal unbarmherzig sowie unsympathisch wirkende Priester dar („Wir halten homosexuelle Handlungen für unmoralisch“) – die Ankündigung des Films spricht von „angstmachenden, auf Hass basierenden Bildern“.

Im Film sind einige Stimmen zu hören, die von einem „katholisch-schwulen Bürgerkrieg“ in der Kirche sprechen. Zusammen mit dem Kunstgriff der Betroffenheit erscheint Pater Martin als Lichtgestalt, die endlich darauf hinweist: „Meine Brüder und Schwestern, unterschätzen Sie niemals den Schmerz, den LGBTQ-Menschen durch die Hand unserer eigenen Kirche erfahren haben.“

Trotz eines medial beförderten Jubels gibt es auch Kritik

 

 

Bejubeln die meisten Medien den Film im Vorfeld, so erheben sich in den sozialen Netzwerken immer mehr Stimmen dagegen. Von berufener Seite meldete sich bereits im September 2019 der damalige, seit Januar 2020 emeritierte Erzbischof von Philadelphia, Charles Joseph Chaput OFMCap, offiziell auf der Homepage des Bistums zu Wort. Erzbischof Chaput erinnert daran, dass die im Katechismus enthaltene katholische Lehre eine gleichgeschlechtliche Anziehung als „objektiv ungeordnet“ nennt. Pater Martin bezeichne dies als „grausam“, weswegen es geändert werden solle: „Zu sagen, dass einer der tiefsten Teile einer Person – der Teil, der Liebe gibt und empfängt – gestört ist, ist unnötig verletzend.“ Darauf Erzbischof Chaput: „Hier stellt Pater Martin den katholischen Glauben falsch dar.“ Dafür zitiert der Erzbischof ein Schreiben der US-Bischöfe von 2006 über „Richtlinien für die Pastoral für Menschen mit homosexuellen Neigungen“.

Laut Erzbischof Chaput weckt Pater Martin „zweifellos unbeabsichtigt“ die Hoffnung, „dass die Lehren der Kirche zur menschlichen Sexualität verändert werden können“. Aus Pater Martins Aussage: „Damit eine Lehre wirklich maßgebend ist, wird erwartet, dass sie vom Volk Gottes angenommen wird ... Soweit ich das beurteilen kann, ist die Lehre, dass LGBT-Menschen ihr ganzes Leben lang zölibatär leben müssen, in der LGBT-Gemeinschaft nicht angenommen worden“ könnte leicht geschlossen werden, „dass die Lehre der Kirche über sexuelle Beziehungen für gleichgeschlechtlich angezogene Katholiken keine verbindliche Autorität besitzt“.

Die Ausführungen des Jesuitenpaters seien missverständlich

Der Erzbischof geht auch auf die Aussage Pater Martins ein, er habe „als katholischer Priester die Lehren [der Kirche] nie infrage gestellt“ und er werde sie auch nicht infrage stellen: „Wenn Menschen hören, dass ,die Kirche homosexuelle Menschen willkommen heißt‘ oder dass sie ,inklusiver und einladender' sein muss, ohne auch die Bedingungen eines authentisch christlichen Lebens zu hören, die von Jesus Christus und seiner Kirche für alle Menschen festgelegt wurden – nämlich ein Leben in Keuschheit zu führen –, können sie leicht das Wesen der christlichen Bekehrung und Nachfolge missverstehen.“

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